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«Ich habe es irgendwie kommen sehen»

Roger Federer spricht nach seinem Ausscheiden gegen Andreas Seppi über ein ungutes Gefühl, die Stärke seines Gegners und seine Probleme auf dem Court.

Fassungslos: Roger Federer verlässt nach seiner 4:6, 6:7, 6:4, 6:7-Niederlage gegen Andreas Seppi den Court.
Fassungslos: Roger Federer verlässt nach seiner 4:6, 6:7, 6:4, 6:7-Niederlage gegen Andreas Seppi den Court.
Keystone
Auf Wiedersehen: Federer winkt dem Publikum zum Abschied zu.
Auf Wiedersehen: Federer winkt dem Publikum zum Abschied zu.
Keystone
Die Hand vor den Augen: Federer kann seine Enttäuschung nicht verbergen.
Die Hand vor den Augen: Federer kann seine Enttäuschung nicht verbergen.
Keystone
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Es schien, als fühlten Sie sich nicht wohl auf dem Platz heute, vor allem in den ersten beiden Sätzen. War etwas Besonderes los, oder hatten Sie nur einen schlechten Tag? Es war nur ein schlechter Tag. Ich wünschte, ich hätte besser gespielt. Aber es war hart, die ersten beiden Durchgänge zu verlieren. Ich hatte Chancen, um zurückzukommen, nur leider habe ich sie entgleiten lassen. Beide Male. Ich denke, ich habe die falschen Punkte gewonnen. Mir war klar, wie wichtig der Tiebreak des zweiten Satzes war. Es tat weh, dass ich ihn verlor. Das Ende war nicht schön. Es war nicht leicht, mit dem Schatten zu spielen, aber es war für uns beide gleich. Es ist einfach eine enttäuschende Niederlage.

Hatten Sie eine Chance, beim allerletzten Punkt einen Volley zu spielen? Wenn er den Ball normal schlägt, vielleicht schon. Aber so wie er ihn geschlagen hat, konnte ich nicht erwarten, dass der Ball im Feld landen würde. Also habe ich mir gesagt: Nein, ich lasse es sein. Und wenn du dir das sagst und dich umdrehst, ist es schon passiert. Fragen Sie ihn, wie er den Ball geschlagen hat. Es ist für mich auf jeden Fall ein Tiefschlag, da meine Vorhand zuvor eigentlich ziemlich gut war.

Sie hatten gegen Seppi bislang erst einen Satz abgegeben. Hat es Sie überrascht, wie stark er spielte? Denken Sie, er war so gut wie nie zuvor? Gegen mich, meinen Sie?

Ja. Ja, vielleicht. Wir hatten ein paar gute Duelle in der Vergangenheit. Er trifft den Ball ausgezeichnet, auf Vor- und Rückhand. Ich wusste, dass er auf dem schnelleren Court mit dem Aufschlag mehr Wirkung erzielen würde, also war ich vorbereitet, dass es schwieriger werden könnte. Ich habe das irgendwie kommen sehen. Ich hoffte einfach, es wäre nur so ein Gefühl, eines ohne Bedeutung. Ich hoffte, es würde ein ganz normaler Match werden. Das war ein Fehler. Ich wusste ja um Seppis Stärke, vor allem nachdem er Chardy in der vorhergehenden Runde geschlagen hatte. Ich konnte heute irgendwie einfach nicht mein bestes Tennis abrufen. Das hatte aber sicherlich auch mit dem Auftritt von Andreas zu tun.

Was haben Sie im Training vor dem Match gefühlt? Ich weiss nicht recht. Vielleicht, dass der Rhythmus fehlte. So fühle ich mich sehr oft, aber dann gehe ich raus und spiele trotzdem einen guten Match. Manchmal fühlt man sich dagegen gut und spielt anschliessend schrecklich. Das Gefühl beim Abschlusstraining ist gewöhnlich nicht von Bedeutung. Aber ich rechnete mit einem harten Duell, mein Gefühl hat mich also nicht getäuscht.

Was hat Sie am meisten im Stich gelassen? War es der Aufschlag oder die Verwertung der Breakchancen? Ich denke mal, es war ein ganz allgemeines Gefühl, dass ich nicht recht in einen Flow kam. War es die Rückhand? War es die Vorhand? War es der Service? Es war ein bisschen von allem. Zudem wurde ich in den letzten Sätzen gebreakt. Auch im zweiten Durchgang musste ich meinen Aufschlag einmal abgeben. Und im Tiebreak: Habe ich da 3:1 geführt oder 4:1? Ich kann mich nicht erinnern. Es war nicht alles schlecht. Nur behielt er immer das bessere Ende für sich, wenn es wirklich darauf ankam. Ich habe ab und zu ein wenig passiv gespielt, in Situationen, in denen ich normalerweise aggressiv auftreten würde.

Glauben Sie, dass das Turnier für Sie nach dem starken, aber fordernden letzten Jahr mit dem Davis-Cup-Sieg zum Schluss zu früh kam? Nicht wirklich, nein. Ich war sogar froh über den Zeitpunkt, weil es mir erlaubte, im Rhythmus zu bleiben. Ich plante, nach dem Australian Open dann eine Pause einzulegen. Ich habe sehr gut trainiert und auch in Brisbane gut gespielt. Ich würde also nicht sagen, dass ich zu einem falschen Zeitpunkt auf dem Höhepunkt war. Ich glaubte, dass ich hier weit kommen würde. Aber der Grat ist schmal, und so etwas wie heute kann immer passieren. Wenn ich zurückblicke, denke ich nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe. Ich habe so hart wie möglich gearbeitet, mehr kann ich nicht tun.

War der erste Satz des Zweitrundenspiels gegen Bolelli schon ein Alarmzeichen? Sie gerieten wegen seiner Vorhand stark unter Druck. Vielleicht, ich weiss es nicht. Ich wünschte, ich hätte den ersten Durchgang heute gewonnen. Dann wäre die Sache wohl anders gelaufen. Auf jeden Fall wollte ich aggressiv in diesen Match gehen, das Spiel diktieren. Aus irgendeinem Grund hatte ich Mühe. Wie gesagt, das hatte mit mir und mit Andreas zu tun. Auf einmal spielt man einen Match, den man so nicht spielen will. Die Ballwechsel laufen auf eine Art, die man nicht mag. Und als ich meinen Service am meisten gebraucht hätte, war er ebenso wenig da wie mein Grundlinienspiel. Wenigstens habe ich gegen Ende der Partie deutlich solider gespielt. Den vierten Satz hätte ich eigentlich auch gewinnen müssen.

Waren Sie überrascht, in der Day Session spielen zu müssen? Waren die Bedingungen vielleicht anders? Wer weiss. Auf jeden Fall ist es keine Entschuldigung. Day Session oder Night Session: Was macht das schon für einen Unterschied? Ich hatte Probleme, und mein Gegner hat es ausgenutzt. Ich denke, ich hätte mich am Abend wohler gefühlt. Aber wen interessiert das jetzt schon?

Was werden Sie nun tun? Ausruhen, und dann bereite ich mich wieder aufs Training vor.

Haben Sie für Februar einen Turnierstart geplant? In Dubai trete ich wieder an.

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