Hingis macht die Inder glücklich

Die Ostschweizerin siegt mit Sania Mirza beim Debüt in Indian Wells. Und verrät, dass sie sogar vom indischen Premierminister empfangen wurde.

Erstes gemeinsames Turnier, erster Sieg: Martina Hingis (links) und Sania Mirza nehmen in Indian Wells die Trophäe entgegen. (21. März 2015)

Erstes gemeinsames Turnier, erster Sieg: Martina Hingis (links) und Sania Mirza nehmen in Indian Wells die Trophäe entgegen. (21. März 2015)

(Bild: Reuters)

René Stauffer@staffsky

Das Jahr 2015 verläuft für Martina Hingis weiter hervorragend, und ihre Erfolgsserie ist eng mit Indien verbunden. Am Australian Open hatte sie neben Leander Paes das Mixed gewonnen, nun durfte sie auch beim Debüt mit der Inderin Sania Mirza eine grosse Trophäe entgegen nehmen. Im Endspiel von Indian Wells gewann das Duo, das erstmals gemeinsam antrat, überlegen ohne Satzverlust und mit einem 6:3, 6:4 über die Russinnen Jekaterina Makarowa und Jelena Wesnina. Als Siegerbörse durften sie sich 295'000 Dollar teilen.

«Dass es gleich beim Debüt zum Sieg gereicht hat, ist super und gibt uns schöne Perspektiven», sagte die 34-jährige Hingis und schwärmte von ihrer neuen Partnerin, der 28-jährigen Inderin, die ebenfalls nur noch Doppel spielt. Mirza war als Nummer 5 vor dem Turnier in der Doppel-Weltrangliste zwei Ränge vor Hingis klassiert und hat das erklärte Ziel, die Nummer 1 zu werden und Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Die beiden passen aber nicht nur mit ihren ehrgeizigen Zielen gut zusammen, sie ergänzen sich auch spielerisch – nachdem beide Anfang Jahr mit ihren Partnerinnen nicht glücklich wurden. Nun ist klar, dass sie auch in Miami gemeinsam antreten werden und zumindest vorläufig Seite an Seite kämpfen.

«Ich wäre gerne nochmals 25»

Hingis hatte die Saison mit der Italienerin Flavia Pennetta begonnen, aber die Resultate stellten sich nicht wie erwartet ein – genau wie bei Mirza, die das Jahr neben Su-Wie Hsieh aus Taiwan in Angriff genommen hatte und sich ebenfalls wegen ausbleibender Erfolge nach einer neuen Partnerin umsah. «Ich und Martina ergänzen uns hervorragend», sagte Mirza, die ihren 24. Doppeltitel gewann, «sie beendet die Punkte am Netz und spielt auch besser auf der linken Seite, wo ich nicht so stark bin.» Hingis weist inzwischen 42 Doppeltitel auf. Schon einmal hatte sie in Indian Wells triumphiert – vor 16 Jahren, zusammen mit der Russin Anna Kurnikowa.

Zwischen ihren Triumphen in Australien und Kalifornien war Hingis sogar für einige Tage selber in Indien gewesen und dort, zusammen mit Leander Paes, sogar vom Premierminister empfangen worden. Paes ist in seiner Heimat, genau wie Mirza, ein Superstar, und Grand-Slam-Titel sind für das Milliardenvolk auch im Doppel ein grosses Ereignis. «Es war aber auch eine Promotionstour für die indische Städteliga», sagte Hingis, die an der Medienkonferenz etwas scherzhaft einwarf: «Ich wünschte, ich wäre nochmals 25.» Dieser Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen. Aber zumindest im Doppel sind für sie auf dem Tennisplatz noch immer alle Ziele erreichbar.

DerBund.ch/Newsnet

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