Federers Lektion für den High-School-Meister

Die Nummer 2 zieht in Indian Wells mit einem 6:3, 6:2 über Jack Sock in die Viertelfinals ein. Dort wartet Tomas Berdych.

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René Stauffer@staffsky

An der Kansas High School war Jack Sock als Teenager einst das Mass aller Dinge gewesen, sogar ungeschlagen geblieben. Seine Vorhand erinnert an einen Revolverhelden, der den Colt zieht – eine blitzschnelle, kaum zu erkennende Bewegung. «Man kann schon sagen, dass ich dort eine Art Federer war», sagte der Amerikaner vor seiner ersten Begegnung mit dem «richtigen» Federer. In dieser musste er nun aber erkennen, dass es doch noch gewisse Unterschiede zwischen seiner Schule und dem Proficircuit gibt. Der Baselbieter gab dem 22-Jährigen, der erstmals auf einen der Big 4 traf (neben Federer Nadal, Djokovic und Murray), in 70 Minuten eine beeindruckende Tennislektion.

«Das war mein bisher klar bester Match hier», sagte Federer, der 6:3, 6:2 gewann und ohne Satzverlust in die Viertelfinals vorstiess. Dort trifft er am Freitag auf den Tschechen Tomas Berdych (ATP 9), der seinen Landsmann Lukas Rosol 6:2, 4:6, 6:4 schlug. Im Halbfinal wird der Sieger entweder Rafael Nadal oder Milos Raonic begegnen.

Einbahntennis im zweiten Satz

Während an diesem etwas bewölkten und nicht allzu heissen späten Nachmittag vom nahen VIP-Zelt leichte Jazzmusik über den Indian Wells Tennis Garden und den schmucken Centre Court zog, hatte Federer nur ganz zu Beginn etwas Mühe, seine Überlegenheit resultatmässig umzusetzen. Es verging über eine halbe Stunde bis zum ersten Break (zum 4:2), worauf Sock je länger je mehr abbaute. Im zweiten Satz brach der auf Rang 58 klassierte Doppel-Wimbledonsieger des vergangenen Jahres phasenweise sogar ein.

Trotz seiner Aufschlagstärke und der schnellen Vorhand verlor Sock fünf Games in Folge, reihte Federer 14 Punktgewinne aneinander. Auf dem Weg zum 50. Sieg in Indian Wells gab der vierfache Champion bei eigenem Aufschlag nur sieben Punkte ab – 27 weniger als sein Gegner. Sock, dessen Spielweise etwas an Andy Roddick erinnert, war beeindruckt von Federer, aber mit sich insgesamt dennoch zufrieden. «Ich habe viel gelernt und mich nicht schlecht gefühlt, auch wenn mein Aufschlag mich etwas im Stich liess», sagte er.

Federer, von Sock als «lebende Legende» bezeichnet, führt gegen Berdych 12:6, hat aber zwei der letzten drei Duelle verloren, 2012 in Dubai und 2013 in New York. Der bisher letzte Vergleich fand vor einem Jahr im Endspiel von Dubai statt, das Federer nach verlorenem Startsatz noch gewann.

DerBund.ch/Newsnet

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