Federers bitterer Abend in Dubai

Roger Federer erlitt gegen Novak Djokovic eine alarmierende Finalniederlage.

«Ich kann nicht jedes Mal grossartig spielen. Es war zwar hart, aber ich bin auch nicht allzu enttäuscht»: Federer nach seiner Niederlage gegen Novak Djokovic.

«Ich kann nicht jedes Mal grossartig spielen. Es war zwar hart, aber ich bin auch nicht allzu enttäuscht»: Federer nach seiner Niederlage gegen Novak Djokovic.

(Bild: Keystone)

René Stauffer@staffsky

Als Roger Federer im vergangenen Sommer den Amerikaner Paul Annacone verpflichtete, holte er einen der anerkanntesten Coaches in sein Team. Der taktisch versierte und schlaue frühere Sampras-Trainer sollte ihm neue Aufschlüsse bringen, wie er gegen gewisse Gegner zu spielen hat. Zwar sind seine Resultate seither gut bis sehr gut: Fünf seiner seither elf Turniere hat er gewonnen (Cincinnati, Stockholm, Basel, London und Doha), je dreimal verlor er im Final und im Halbfinal.

Nicht ins Bild passt, dass der 29-Jährige in dieser Phase aber gleich dreimal an einem Gegner scheiterte, den er ziemlich gut im Griff zu haben schien, auch ohne Annacone – . Nach den Halbfinals beim US Open (wo er zwei Matchbälle vergab) und am Australian Open (wo er keinen Satz gewann) unterlag er dem Serben am Samstag auch im Final von Dubai, wobei vor allem die Art der Niederlage zu denken gab: Federer war chancenlos wie selten, wurde teilweise vorgeführt und musste in 71 Minuten seine klarste Niederlage gegen den Davis-Cup-Sieger hinnehmen (3:6, 3:6).

Wirklich nur die Tagesform?

Er erklärte das klare Verdikt mit der Tagesform. «Djokovic spielte grossartig, und alles kann ich auch nicht gewinnen. Ich hatte in den Endspielen von Doha, London und Basel so stark gespielt, irgendwann musste wieder einmal eines schieflaufen.» Es sei eine seiner enttäuschendsten Partien gegen den nun 20-fachen Turniersieger gewesen, gegen den er nun noch 13:8 führt. «Aber ich kann nicht jedes Mal grossartig spielen. Es war zwar hart, aber ich bin auch nicht allzu enttäuscht.»

Djokovic hat seit dem Masters in London 14 Partien in Folge gewonnen, mehr als je zuvor. Er fühle sich mental sehr stark, sagte er, «das war sicher eine der besten Partien von mir in diesem Jahr. Und ich denke, dass qualitativ noch mehr drinliegt. Ich bin fit und motiviert und versuche, diese Phase möglichst zu verlängern.»

Die nächste Standortbestimmung werden die Masters-1000-Turniere in Indian Wells (Kalifornien) und Key Biscayne (Florida) bringen. Weil beide dort 2010 schlecht spielten, hat Federer nur 135 Punkte zu verteidigen, Djokovic sogar nur 100. Bis es in der kalifornischen Wüste richtig losgeht, bleiben knapp zwei Wochen Zeit. Während Djokovic (mit Serbien zu Hause gegen Indien) und Rafael Nadal (mit Spanien auswärts in Belgien) kommendes Wochenende im Davis-Cup im Einsatz stehen, wird Federer am 8. März in Eugene (Oregon) einen weiteren Schaukampf bestreiten, mit Nadal, Maria Scharapowa und Serena Williams.

Nadal: «Dominanz ist vorbei»

Am Wochenende meldete sich auch Nadal wieder zu Wort. Zu spanischen Journalisten sagte er, die Dominanz von ihm und Federer sei vorbei. «Es gibt viele Spieler, die bereit sind, uns herauszufordern. Nicht nur Djokovic und Murray.» Er habe noch nie so viele neue Talente gesehen wie jetzt, insbesondere Milos Raonic (Ka) und Grigor Dimitrov (Bul).

Tages-Anzeiger

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