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Federer-Interview: «Alles schön zurechtgebogen»

Roger Federer zum 3. Sieg in Basel - und zur Frage, ob er einst Turnierdirektor Brennwald ablösen wird.

1998: In seinem ersten Profi-Jahr verliert Roger Federer in der 1. Runde gegen André Agassi 3:6, 2:6.
1998: In seinem ersten Profi-Jahr verliert Roger Federer in der 1. Runde gegen André Agassi 3:6, 2:6.
Keystone
1999: Im Viertelfinal war Tim Henman Endstation für Roger Federer: 3:6, 5:7.
1999: Im Viertelfinal war Tim Henman Endstation für Roger Federer: 3:6, 5:7.
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Konzentriert und mit Ballgefühl: Federer zeigte sich stilsicher, auch neben dem Court.
Konzentriert und mit Ballgefühl: Federer zeigte sich stilsicher, auch neben dem Court.
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Roger Federer, was bedeutet Ihnen Ihr dritter Heimsieg? Es ist fantastisch, zu Hause einen meiner grossen Rivalen in einem guten Match zu schlagen und einmal mehr meinen Kindheitstraum zu realisieren. Davon bekommt man nie genug. Ich bin froh, wie ich in Basel alles schön zurechtgebogen habe mit drei Titeln am Stück, nachdem ich zuvor einmal einen blockierten Rücken hatte und zweimal verletzt passen musste.

Sie sagten, für diese Partie könnten Sie sich Bestnoten geben. War es eine der besten Ihrer Saison? Von den über 60 Matches, die ich gewonnen habe, waren viele solid - nur war das Kaliber des Gegners nicht immer so gut. Gegen Nalbandian ist der Rhythmus höher. Aber ich habe schon oft gesagt: Je stärker der Gegner ist, desto stärker spiele auch ich. Das habe ich nun wieder bewiesen.

Teilen Sie den Eindruck, dass Sie viel stärker waren als in den vier Partien zuvor? Absolut, das war sicher mein bester Match der Woche. Es gibt nicht vieles, das ich hätte besser machen können. Ich habe souverän aufgeschlagen und retourniert, ich spielte die Rückhand besser, arbeitete besser in der Defensive, antizipierte gut - und das alles bei einem sehr hohen Tempo. Alles kam heute zusammen.

An der Siegerehrung sprachen Sie über das Basler Turnier in der Wir-Form. Sind Sie in zehn Jahren hier selber Turnierdirektor? Ich habe kürzlich gehört, dass Roger Brennwald sich vorstellen könnte, dass ich hier einst das Zepter übernehme. Ich habe keine Ahnung - und habe vor, hier noch lange zu spielen. Ich überlege mir zwar schon mehr als früher, was nach meiner Karriere sein könnte, und bin offen für alle Gespräche. Aber so weit sind wir noch lange nicht, auch wenn mir dieses Turnier sehr am Herzen liegt.

Sie haben die Tradition weitergeführt, den Ballkindern Pizza zu spendieren. Wir hatten es lustig. Für einige war es das letzte Jahr, und es ist Tradition, dass ich mit ihnen etwas unternehme, wenn ich im Final bin. Ich finde es auch lässig, den Ballkindern Medaillen zu überreichen nach dem Endspiel. Ich war ja früher einst eines von ihnen, und so etwas wie das Pizzaessen hätte ich mir selber gewünscht. Basel ist das einzige Turnier, wo ich das mache.

Wie stark kann der Masters Cup in Shanghai Ihre Jahresbilanz noch beeinflussen? Dort wird noch einmal gemessen, wo die Besten stehen. Es geht um viele Punkte, viel Geld, viel Prestige, und deshalb hoffe ich, dass es dort noch einmal läuft. Mental fühle ich mich noch frisch, das ist eine wichtige Erkenntnis.

Werden Sie in Paris-Bercy antreten? Das werde ich am Montag entscheiden. Mal schauen, wie ich mich dann fühle. Es wäre aber auf jeden Fall wieder mit Stress verbunden. Das Turnier in Shanghai ist für mich das grössere Ziel.

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