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Federer-Fan Henin verliert die Nerven

Justine Henin war in Paris der weibliche Rafael Nadal - bis Samantha Stosur kam und ihr die erste Niederlage nach 24 Siegen in Serie beibrachte.

Schreck lass nach: Henin ging gegen Stosur nach gewonnenem erstem Satz unter.
Schreck lass nach: Henin ging gegen Stosur nach gewonnenem erstem Satz unter.
Keystone

Henin startete überlegen in den Achtelfinal gegen Stosur und brachte den ersten Satz rasch mit 6:2 ins Trockene. Dann aber brach sie ein, gab den zweiten Durchgang mit 1:6 ab und verlor auch den dritten, diesmal mit 4:6. Und das obwohl Stosur es schaffte, beim Stand von 3:2 mit zwei Doppelfehlern in Folge einen Break-Vorsprung zu verspielen.

«Justine ist die beste Sandplatzspielerin der Welt, die mentale Stärke vergangener Zeiten fehlt ihr aber noch, die kommt erst mit vielen Matches gegen harte Gegnerinnen wieder», analysierte der frühere Weltranglistenerste Mats Wilander, heute Tennisexperte beim TV-Sender Eurosport.

Henin, eine einsame Technikerin unter den Powerspielerinnen à la Serena Williams, befindet sich nach ihrem Rücktritt vor rund zwei Jahren und dem Comeback im Januar noch auf dem Weg zurück. Das belegt auch die ungewöhnliche Zahl von sieben Doppelfehlern, die sie sich gegen Stosur leistete. «Mir fällt es schwer, über ein ganzes Match meine Intensität und Konzentration zu halten. Dieses Jahr ist für mich ein Übergangsjahr», so die einstige Dominatorin.

Federer inspirierte Henin zum Comeback

Obwohl sie das French Open wie Rafael Nadal schon viermal gewonnen hat, fühlt sich Henin mehr mit Roger Federer verbunden. Und das hat einen guten Grund. «Federers French-Open-Sieg im vergangenen Jahr hat mich tief beeindruckt», sagt sie. «An diesem Tag ist das Feuer für den Tennissport in mir wieder aufgeflammt.» Federer hatte Henins überraschenden Abschied 13 Monate vor seinem ersten Triumph in Roland Garros als «Schock für die Tenniswelt» bezeichnet. Es war bis heute der einzige Rücktritt einer amtierenden Nummer 1.

Dass Henin den harten Weg zurück an die Spitze geschafft hat und schon bei ihrem Grand-Slam-Comeback im Januar den Australian-Open-Final erreichte, ist kein Zufall. Die zierliche Blondine, die am 1. Juni 28 Jahre alt wird, besitzt vielleicht das grösste Kämpferherz auf der Tour. Welchen Schicksalsschlag das Leben für sie auch bereit hielt, Justine Henin kam immer wieder auf die Beine.

1995, Justine war gerade 13, starb ihre Mutter Françoise an Krebs, im Januar 2007 musste sie einen Schlussstrich unter ihre gescheiterte Ehe mit Pierre-Yves Hardenne ziehen. Als es Henin langsam besser ging, verunfallte ihr Bruder David schwer. Die Zeit am Krankenbett war hart, brachte aber die Versöhnung mit ihrem Vater José, zu dem sie über Jahre keinen Kontakt gehabt hatte.

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