Federer gegen Kyrgios: Jetzt erst recht

In Indian Wells kam es nicht dazu, im Halbfinal von Miami klappts nun: Roger Federer muss bereit sein gegen Nick Kyrgios, denn der zaubert wieder.

Es war ein Kampf, der Viertelfinal gegen Tomas Berdych, dennoch hat es gereicht für Roger Federer. Wird es gegen Nick Kyrgios wieder eng?

Es war ein Kampf, der Viertelfinal gegen Tomas Berdych, dennoch hat es gereicht für Roger Federer. Wird es gegen Nick Kyrgios wieder eng?

(Bild: Keystone)

Déjà-vu. So kommt es einem vor. Im zweiten Halbfinal von Miami, der in der Nacht auf morgen (1.00 Uhr MEZ) stattfindet, trifft Roger Federer (ATP 6) auf Nick Kyrgios (ATP 16). Federer gegen Kyrgios: Da war doch was? Genau. Vor zwei Wochen in Indian Wells hätten sich Federer und Kyrgios bereits gegenüberstehen sollen. Hätten spektakuläre Ballwechsel produzieren sollen. Aber eben: hätten.

Der exzentrische Australier meldete vor dem Match auf Twitter, er leide unter einer Lebensmittelvergiftung. Tags zuvor hatte er genüsslich Pommes frites auf dem Court gegessen. Kyrgios musste also Forfait erklären, nichts wurde aus dem Generationenduell. Wie die Geschichte für Federer in Kalifornien ausging, ist bekannt: Er gewann das Turnier.

Nun aber kommt es zum Déjà-vu. Denn die beiden treffen erneut aufeinander. Diesmal unter der Sonne Floridas, diesmal im Halbfinal des 1000-Masters-Turniers von Key Biscayne. Die Voraussetzungen haben sich jedoch nicht nur äusserlich verändert.

Federer kämpfend, Kyrgios zaubernd

Roger Federer scheint langsam die Strapazen der vergangenen drei Wochen zu spüren. Der 35-Jährige verbrachte bei den letzten beiden Partien gegen Roberto Bautista Agut und Tomas Berdych insgesamt fast vier Stunden auf dem Court. Vor allem das Spiel gegen den Tschechen war für ihn ein hartes Stück Arbeit. Erst nach drei Sätzen, einem nervenaufreibenden Tiebreak und zwei abgewehrten Matchbällen konnte er sich für das Halbfinal qualifizieren.

«Ich spüre langsam meine müden Beine. Beim Service fehlt die Spritzigkeit, weshalb die Mechanik auseinanderfällt», sagte der Baselbieter im Interview mit dem Schweizer Fernsehen und meint damit seine zuletzt fehlende Durchschlagskraft beim eigenen Aufschlag. Gegen Berdych habe er auch das Glück beansprucht. Er bleibt aber positiv: «Ich kann mich sicher noch pushen.»

Der sensationelle Tweener von Kyrgios gegen Zverev. Video: Youtube.

Das wird gegen Kyrgios wohl auch nötig sein, denn der Australier präsentiert sich in bester Spiellaune. Nach Siegen gegen Dzumhur, Karlovic und Goffin traf der 21-Jährige letzte Nacht auf Wawrinka-Bezwinger Alexander Zverev. Das Spiel wurde zum Spektakel. Kyrgios glänzte nicht nur mit drei Tweenern, sondern zeigte sich auch nervenstark. Nach fünf vergebenen Matchbällen, drei davon im zweiten Satz, bezwang er den 19-jährigen Deutschen 6:4, 6:7 und 6:3.

Der Aufschlag entscheidet

Wer ist denn nun Favorit? Schien Federer in Indian Wells nach seiner Demonstration gegen Rafael Nadal eher im Vorteil, könnte diese Partie nun ausgeglichener werden. Vieles hängt wohl vom Aufschlag des Schweizers ab. Denn: Kyrgios' Service erreicht durchschnittlich über 200 km/h und gilt als schwer zu durchbrechen.

An der Medienkonferenz zeigte Federer, dass er um die Formstärke des Australiers weiss: «Nick hat wirklich einen Lauf mit seinem Sieg gegen Djokovic in Acapulco und seinen Matches in Indian Wells und Miami.» Kyrgios klopfe bereits an die Tür der Top Ten.

Das Forfait in Kalifornien habe keinen Einfluss auf den Halbfinal: «Hauptsache, er ist wieder gesund. Egal, was in Indian Wells passiert ist, es wird heute ein aufregender Match.» Im Falle eines Sieges von Federer könnte es im Endspiel zur Reprise des Australian-Open-Finals kommen. Rafael Nadal trifft im anderen Halbfinal auf den überraschenden Italiener Fabio Fognini.

«Wir brauchen einen Clown für diesen Zirkus!» Federers verbaler Angriff gegen Kyrgios in Madrid 2015. Video:Youtube.

Von Tennisfans wurde das Duell Federer - Kyrgios schon länger herbeigesehnt, denn bisher trafen die beiden erst einmal aufeinander. In Madrid 2015 auf Sand ging es heiss zu und her – spielerisch wie verbal. Gewonnen hat Kyrgios: 6:7, 7:6, 7:6. Es ist also angerichtet in Miami – wenn es denn nicht zum doppelten Déjà-vu kommt und sich Kyrgios nicht erneut zurückzieht.

DerBund.ch/Newsnet

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