Federer: «Enttäuscht, traurig und etwas geschockt»

Was der Titelverteidiger und Belinda Bencic vor dem Start ins Australian Open zur Rücktrittsankündigung Andy Murrays sagen.

«Ich konnte gar nicht glauben, dass er damals spielte»: Roger Federer erinnert sich an den Leidensweg von Murray. (Video: Tamedia/Reuters)

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Der Interviewraum am Australian Open war am Sonntag so voll wie noch nie dieses Jahr, als der zweifache Titelverteidiger Roger Federer zu den Medien sprach. Auch der Weltranglistendritte wurde sogleich auf die Ankündigung von Andy Murray angesprochen, seine Karriere abbrechen zu müssen, vielleicht schon nach diesem Turnier.

«Ich bin enttäuscht, traurig und ein wenig geschockt», sagte Federer. Er hatte mit Murray noch 2017 zwei Wohltätigkeitsmatches in Zürich und Glasgow gespielt und dabei realisiert, wie schwer Murrays Hüftprobleme waren, wie sehr er litt. «Ich konnte damals gar nicht glauben, dass er überhaupt spielte. Aber es war für eine gute Sache.» Hinter Murray lägen zwei schwierige Jahre, und angesichts seiner erfolgreichen Karriere sei verständlich, dass er so nicht weitermachen wolle.

Erste Partien in grosser Hitze

Auch Belinda Bencic zeigte sich bewegt von Murrays Situation. «Das ist schon mega traurig», sagte sie, «vor allem, weil er nicht freiwillig zurücktreten kann, sondern weil sein Körper sagt: Ich kann nicht mehr. Das ist das schlimmste für einen Tennisspieler. Ich erlebte das selber in den letzten zwei Jahren, und es ist kein angenehmes Gefühl. Auch wenn es bei mir nicht so weit ging, dass ich Rücktrittsgedanken hatte.»


Video: Andy Murray verkündet unter Tränen seinen Rücktritt

Der Körper macht nicht mit: Der Schotte wird seine Karriere bald beenden. Video: Reuters


Federer, Murray und Bencic stehen alle bereits am Montag im Einsatz, an dem Temperaturen bis 36 Grad erwartet werden. Der Vorjahressieger bestreitet gegen den Usbeken Denis Istomin das zweite Spiel im Abendprogramm (ab etwa 10.30 Uhr MEZ Montagmorgen). Murrays Partie gegen Doha-Sieger Roberto Bautista Agut findet in der Melbourne Arena ab 8 Uhr MEZ statt. Bencic ist noch früher an der Reihe, auf Court 13 trifft sie am frühen Morgen auf die Tschechin Katerina Siniakova. Etwa zeitgleich fordert Qualifikant Henri Laaksonen den Bosnier Mirza Basic. Die anderen vier Schweizer treten am Dienstag erstmals an.

Bencic gegen die Doppelnummer 1

Bencic kam erst am Samstag nach Melbourne, aus dem tasmanischen Hobart, wo sie bei windigen Verhältnissen die Halbfinals erreicht hatte. «Gestresst fühle ich mich deswegen nicht», sagte sie. «Es war wichtig, dass ich noch zu etwas Matchpraxis kam. Drei Partien spielte ich gut, den Halbfinal (gegen Schmiedlova) dann leider nicht mehr. Andererseits kam ich dadurch einen Tag früher in Melbourne an.»

Dank dem Halbfinal ist die 21-jährige Ostschweizerin in die Top 50 zurückgekehrt (WTA 49). Sie spielt erstmals gegen die 22-jährige Siniakova, die 15 Ränge vor ihr klassiert ist, kennt sie aber schon seit Juniorenzeiten. Siniakova gewann am Samstag das Doppelturnier von Sydney und ist die Nummer 1 in dieser Disziplin. «Sie ist eine extreme Kämpferin. Es dürfte einen harten Match geben.»

Bencic hatte vor einem Jahr in Melbourne zum Auftakt gleich Venus Williams besiegt. «Daran erinnere ich mich gerne. Wenn man eine so starke Gegnerin hat, entspannt man sich und denkt: Ah ja, okay… gegen sie kann ich ja nur gewinnen», erklärte sie. «Nun bin ich in einer anderen Situation. Ich erwarte einen ausgeglichenen Match und möchte mein Bestes geben. Deshalb ist die Anspannung grösser.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.01.2019, 04:49 Uhr

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