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Eiskönigin Scharapowa vergiesst Tränen

Die Russin meldet sich mit einem grossen Auftritt auf der Grand-Slam-Bühne zurück. Und zeigt sich von ungewohnter Seite.

Freut sich über ihren Sieg riesig: Maria Scharapowa. (28. August 2017)
Freut sich über ihren Sieg riesig: Maria Scharapowa. (28. August 2017)
Daniel Murphy, Keystone
Scharapowa spielt so entfesselt wie vor ihrer Dopingsperre. (28. August 2017)
Scharapowa spielt so entfesselt wie vor ihrer Dopingsperre. (28. August 2017)
Ray Stubblebine, Keystone
Dennoch reicht es für die Zürcherin nicht. (28. August 2017)
Dennoch reicht es für die Zürcherin nicht. (28. August 2017)
Ray Stubblebine, Keystone
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Man kann Maria Scharapowa mögen oder auch nicht. Aber das Tennis ist definitiv unterhaltsamer, wenn sie dabei ist. Das New Yorker Publikum hielt es in der Endphase ihres Duells mit Weltnummer 2 Simona Halep kaum mehr auf den Sitzen. Und als sie tatsächlich zum Sieg servierte, war die Atmosphäre im Arthur Ashe Stadium, als greife sie nach dem Titel.

Als es geschafft war, Halep beim Matchball ins Aus gespielt hatte, kniete Scharapowa nieder und blickte ungläubig hoch in die Ränge. Nach dem Shakehands vergoss die sonst so kühle Russin sogar Tränen. «Ich dachte, es sei einfach ein neuer Tag, eine neue Chance, ein weiterer Match», sagte sie im Platzinterview. «Aber es war so viel mehr.»

Mary Joe Fernandez, die frühere Spitzenspielerin und Frau von Federer-Manager Tony Godsick, schwärmte als ESPN-Kommentatorin sogar, diese Erstrunden-Partie sei finalwürdig gewesen. Das war übertrieben. Doch eindrücklich war es schon, wie sich Scharapowa nach ihrer 15-monatigen Dopingsperre (Meldonium) und einem von Verletzungen geprägten Sommer auf der grössten Bühne zurückmeldete. Sie bestimmte vom ersten Punkt die Ballwechsel, schlug insgesamt 60 Winner, bei 64 unerzwungenen Fehlern. Als sie nach einer 6:4, 4:1-Führung einbrach und den zweiten Satz abgab, hätten wohl nicht mehr viele auf sie gewettet. Doch sie kämpfte die ausdauernde Halep in 2 Stunden und 44 Minuten mit 6:4, 4:6, 6:3 nieder.

Auch der Manager weinte

Es war auch ein emotionaler Abend für Scharapowas Manager Max Eisenbud, der, so die offizielle Version, schuldig ist an der Dopingsperre seiner Klientin. Denn er soll übersehen haben, dass der Wirkstoff Meldonium von der Welt-Andopingagentur auf 2016 hin auf die Liste verbotener Substanzen aufgenommen wurde. Worauf Scharapowa am Australian Open einen positiven Dopingtest produzierte. Falls Eisenbud tatsächlich der Schuldige war, so ist das nun verziehen. Denn als die Russin den Court verliess, umarmte sie ihren Manager innig. Und der war so bewegt, dass er gleich auch zu weinen begann.

Überwältigt: Scharapowa nach ihrem Sieg. (Foto: Keystone)
Überwältigt: Scharapowa nach ihrem Sieg. (Foto: Keystone)

Was ist die Erkenntnis aus diesem bewegenden Tennisabend in New York? Scharapowa, die in einem schwarzen Glitzerkostüm des italienischen Designers Riccardo Tisci aufgetreten war, sagte es gleich selber: «Hinter all diesen Swarowski-Kristallperlen steckt ein Mädchen mit sehr viel Mut und Charakterstärke. Und sie hat nicht vor, so schnell zu verschwinden.»

Golubic verpasst das grosse Spiel

Bleibt abzuwarten, wie sie die intensive Partie gegen Halep wegsteckt. Ihre Gegnerin in Runde 2 hätte die Schweizerin Viktorija Golubic sein können. Doch die verlor gegen die Ungarin Timea Babos (WTA 59), nachdem sie im 3. Satz drei Bälle zum 5:2 verpasst hatte. Scharapowa meldet sich zurück, und Golubic findet immer wieder Wege, ihre Spiele zu verlieren.

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