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Eine Absage und deren Folgen

Für einmal hat am Gstaader ATP-Turnier nur ein Schweizer eine Wildcard bekommen – die Hintergründe.

Severin Lüthi kam den ­Veranstaltern entgegen.
Severin Lüthi kam den ­Veranstaltern entgegen.
Keystone

Erstmals in diesem Jahrtausend figuriert am Swiss Open Gstaad nur ein einziger Schweizer im Haupttableau – und das, obwohl Swiss Tennis zwei der drei Wildcards vergeben darf. Der Grund ist, dass Henri Laaksonen letzte Woche im schwedischen Bastad den Halbfinal erreichte und plötzlich auswählen konnte, ob er in Hamburg oder im Berner Oberland an­treten möchte.

Laaksonen entschied sich für einen Start in Norddeutschland, was bei der Grand Chelem SA, welche das Gstaader Turnier organisiert, für Ernüchterung sorgte. Immerhin hatte der schweizerisch-finnische Doppelbürger zwischen 2012 und 2016 im Saanenland stets dank einer Freikarte aufschlagen können und so vom verhältnismässig üppigen Preisgeld auf ATP-Stufe profitiert.

Gegenüber Davis-Cup-Captain Severin Lüthi machte Laaksonen für seinen Entscheid erstens logistische Gründe geltend und erklärte zweitens, aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit falle es ihm leichter, auf Meereshöhe weiter zu spielen.

Als die Veranstalter dann ­Lüthi fragten, ob sie die letzte Wildcard dem hochtalentierten Kanadier Felix Auger-Aliassime geben könnten, stimmte der Berner zu. Lüthi fiel der Entscheid nicht allzu schwer, weil sich ausser Marc-Andrea ­Hüsler, dem Lüthi eine gute Entwicklung bescheinigt, kein Schweizer wirklich aufgedrängt hatte.

Der 17-jährige Auger-Aliassime dankte derweil das Vertrauen gestern mit einer tadellosen Leistung. 41-mal hat ein Schweizer seit der Jahrtausendwende in Gstaad eine Wildcard erhalten, resultiert haben nur 9 Siege, 3 davon gegen Landsleute.

«Ich will den Spielern helfen, aber ich frage mich schon, ob ich ihnen mit den Wildcards wirklich geholfen habe», sagt Lüthi. «Wenn sich der Betroffene so über Wasser halten kann, aber nicht den nötigen Siegeshunger entwickelt, bringt das nichts.»

Laut Lüthi gilt es, jeden Fall individuell zu betrachten. «Einerseits soll der Spieler gegen einen starken Gegner ­etwas lernen, anderseits will ich jemanden auf dem Platz ­sehen, der glaubt, gewinnen zu können.»

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