Djokovic: «Was ich vom Spiel mitnehme? Meine Tasche»

Nach seinem sensationellen Ausscheiden mag Novak Djokovic nicht allzu tief nach Gründen graben.

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Es ist kein einfacher Moment für Novak Djokovic. Kurz nach seiner überraschenden Niederlage gegen Denis Istomin soll der Serbe den internationalen Medien erklären, woran er in den vier Stunden und 48 Minuten gescheitert ist. Allzu tief mag Djokovic bei der Analyse allerdings nicht gehen, auch wenn das Aus am Australian Open nicht die einzige Enttäuschung in den letzten sechs Monaten gewesen ist.

Novak Djokovic, Sie haben letzte Saison davon geredet, was der Sieg an den French Open 2016 mit Ihnen gemacht hat. Ihnen fehlten plötzlich die Ziele. Ist das noch immer ein Problem?
Ich weiss nicht. Ich meine, es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um so tief zu graben. Ich habe jedenfalls im Moment nicht daran gedacht. Ich habe einfach eine neue Saison begonnen, so, wie es alle anderen auch gemacht haben. Auf eine Art kann man sagen, dass ich es vergessen habe. Ich denke, es beeinflusst mich nicht mehr.

Mit dem Turniersieg in Doha schienen sie ein enttäuschendes zweites Halbjahr 2016 hinter sich gelassen zu haben. Jetzt scheint es, als ob das vielleicht doch nicht der Fall ist?
Ich habe die Saison sehr gut begonnen. Und das heute war ein Tennisspiel. An einem bestimmten Tag kannst du verlieren, nichts ist unmöglich. Die Qualität des Männertennis steigt dauernd, die Jungs werden professioneller und immer besser auf dem Platz. Was hätte ich tun sollen? Ich habe mein Bestes gegeben, aber es hat nicht gereicht.

Es schien, als ob Sie nicht mit der nötigen Intensität an der Arbeit gewesen seien
Da war Intensität, natürlich war da Intensität. Wir haben schliesslich viereinhalb Stunden gespielt. Es war einfach einer dieser Tage, an denen du dich auf dem Platz nicht richtig wohlfühlst. Ich habe meinen Rhythmus nicht gefunden – und der Gegner hat den Ball sehr gut gespürt. Das ist Sport.

Sie haben in Ihren fünf Begegnungen mit Denis Istomin zuvor nur einen Satz verloren. Haben Sie Ihn je so gut spielen gesehen wie heute?
Ich unterschätze niemals einen Gegner. Aber ihn so spielen zu sehen wie heute, das war einfach verblüffend. Er hat ganz offensichtlich über seinen Möglichkeiten gespielt. Dafür muss man ihn loben, er ist der verdiente Gewinner. Ich kann nur meinen Hut ziehen.

Was nehmen Sie aus diesem Spiel mit?
Ich nehme meine Tasche und gehe nach Hause.

Als Sie 2016 in Wimbledon gegen Sam Querrey verloren, sagten Sie, das sei ein Schock gewesen. Fühlt es sich heute ähnlich an?
Ich bin es nicht gewohnt, in Melbourne in der zweiten Runde zu verlieren. Ich habe hier so gut gespielt, ich habe in den letzten zehn Jahren sechsmal den Titel gewonnen. Schliesslich ist es enttäuschend zu verlieren. Aber ich muss es akzeptieren. Es ist, wie es ist.

Wie sehen jetzt Ihre Pläne für die nähere Zukunft aus?
Sie müssen verstehen, dass ich das jetzt noch nicht weiss. Im Moment will ich einfach nach Hause und Zeit mit meiner Familie verbringen. Das ist alles. (fra)

Erstellt: 19.01.2017, 13:00 Uhr

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