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Der traurige Kampf der Venus Williams

Eigentlich besitzt Venus Williams alle Waffen, um in Wimbledon noch immer eine dominante Rolle zu spielen. Eine tückische Krankheit machte ihr Erstrunden-Match aber zum Trauerspiel.

«Manchmal ist es hart, ihr zuzusehen»: Venus Williams erntet nur noch Mitleid.
«Manchmal ist es hart, ihr zuzusehen»: Venus Williams erntet nur noch Mitleid.
Keystone

Gerade einmal vier Games konnte Venus Williams am Montagabend in der Partie gegen die Russin Jelena Wesnina (WTA 79) für sich verbuchen. Es war offensichtlich, dass die 1:6, 3:6-Niederlage der fünffachen Wimbledon-Siegerin vor allem auch eine weitere Niederlage gegen das Sjögren-Syndrom war, das die Ärzte im vergangenen Herbst bei ihr diagnostiziert hatten. Die Autoimmunerkrankung äussert sich unter anderem durch Mund- und Augentrockenheit, Gelenkschmerzen und ständige Müdigkeit. Unter solchen Umständen auf Weltklasse-Niveau Tennis zu spielen, ist beinahe unmöglich. Das war schon vor Wimbledon abzusehen.

Entsprechend gefasst nahm die im Ranking auf Rang 58 abgestürzte Williams das Ausscheiden auf. «Ich fühle mich wie eine grosse Spielerin. Und ich bin eine grosse Spielerin», sagte sie nach ihrem ersten Erstrunden-K. o. im All England Club seit 1997. «Unglücklicherweise muss ich mit Umständen zurechtkommen, mit denen sich andere Sportler nicht auseinandersetzen müssen. Aber das kann mich nicht entmutigen. Ich bin bereit, die Herausforderung anzunehmen. In mir steckt grosses Tennis, ich brauche nur eine Gelegenheit, es zu zeigen.»

Der Traum von Olympia und die Skepsis der Beobachter

Die Situation sei nun einmal so, sie werde auf keinen Fall aufgeben. Das sei nicht ihre Art, betonte Williams. «Ich bin hart, und ich habe keine Zeit, mich zu bemitleiden.» Dass sie überhaupt wieder Turniere bestreiten kann und im US-Aufgebot für das ebenfalls in Wimbledon ausgetragene Olympia-Tennisturnier steht, betrachtet die ältere der beiden Williams-Schwestern als eine der härtesten Errungenschaften ihres Lebens. So hat sie auch den Traum von erfolgreichen Olympischen Spielen noch nicht aufgegeben.

Die Experten machen Venus Williams aber nicht allzu viel Hoffnung. Die frühere Weltranglistendritte Pam Shriver, die heute für den TV-Sender ESPN als Kommentatorin arbeitet, bemerkte etwa, Williams habe auf dem Court «schrecklich» und «apathisch» ausgesehen. Es mache niemandem Spass, dem Niedergang eines grossen Champions zuzusehen. Ähnlich fühlt sich Williams' Trainingspartner David Witt. «Manchmal ist es hart, ihr zuzusehen. Ich denke, das ist offensichtlich. Ich weiss nicht, was ich sonst sagen sollte», gab er zu Protokoll.

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