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Der Amsterdam-Besuch vor dem Sturm

Mit der Davis-Cup-Partie in Holland beginnt für Roger Federer der Tennisherbst – die Zeit, in welcher er sein Reich verteidigen muss.

Spieltrieb: Roger Federer schlägt im Training einen Ball mit dem Griff seines Rackets. (12. September 2012)
Spieltrieb: Roger Federer schlägt im Training einen Ball mit dem Griff seines Rackets. (12. September 2012)
Keystone
Vom New Yorker Hardcourt auf den Amsterdamer Sand: Die Schweizer Nummer 1 trifft zunächst auf Thiemo de Bakker. (12. September 2012)
Vom New Yorker Hardcourt auf den Amsterdamer Sand: Die Schweizer Nummer 1 trifft zunächst auf Thiemo de Bakker. (12. September 2012)
Keystone
Auch der Präsident von Swiss Tennis ist da: René Stammbach begrüsst Federer. (12. September 2012)
Auch der Präsident von Swiss Tennis ist da: René Stammbach begrüsst Federer. (12. September 2012)
Keystone
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Ein Skirennfahrer möchte nach einem Sturz so schnell wie möglich zurück auf die Piste, Roger Federer verdaut das ärgerliche US-Open-Out gegen Tomas Berdych im Kreis des Schweizer Davis-Cup-Teams. Der Weltranglistenerste kam gestern mit seinem Privatjet in Amsterdam an und absolvierte am späteren Nachmittag bereits eine Trainingseinheit auf dem eigens für die Barrage zwischen Holland und der Schweiz errichteten Outdoor-Sandplatz. Für Federer bildet der Davis-Cup-Einsatz den Auftakt zu einem heissen Herbst, in dem die grosse Frage lautet, wie lange er die Nummer 1 gegen Novak Djokovic verteidigen kann. Der Serbe machte nach dem verlorenen New Yorker Finalduell mit Andy Murray kein Geheimnis daraus, dass ihm die Rückeroberung des Tennisthrons noch in diesem Jahr sehr wichtig ist.

Derzeit liegt Federer in der Weltrangliste mit 11'805 Punkten noch deutlich vor Djokovic, der auf 10'470 Zähler kommt. Der Baselbieter kann jedoch nur noch am Masters-1000-Turnier von Shanghai, das am 7. Oktober beginnt, Punkte hinzugewinnen, dort fehlte er im vergangenen Jahr. Ob er in China tatsächlich antreten wird, will er nach dem Davis-Cup entscheiden. Im weiteren Verlauf des Jahres muss er die Siege in Basel (500), Paris-Bercy (1000) und an den World Tour Finals in London (1500) ersetzen. Djokovic steht vor Shanghai, wo auch er die vollen 1000 Punkte dazugewinnen kann, noch in Peking im Einsatz, wo ihm ein Bonus von 500 Zählern winkt. Er fehlt dafür in Basel, was ihn die 180 Punkte für die Halbfinalteilnahme 2011 kosten wird. In Paris (180) und London (200) hat die Nummer 2 im Vergleich zu Federer kaum etwas zu ersetzen.

Auch Murray hat die Nummer 1 im Visier

Djokovic ist aber nicht länger der einzige Spieler, der auf Federers Thron schielt. Auch Andy Murray hat seine Ansprüche angemeldet: «Wenn man der Spitze näher kommt, ist es das Ziel, auch die Nummer 1 zu erobern. Ich kann nicht sagen, dass mir das in diesem Jahr gelingen wird, weil ich keine besonders gute Sandplatzsaison hatte und mir zu viele Niederlagen an anderen Turnieren geleistet habe. Aber die Nummer 1 zu werden und weitere Majors zu gewinnen, ist der nächste Schritt.» Zum Kräftemessen zwischen dem britischen Olympiasieger und Federer könnte es unter anderem an den Swiss Indoors in Basel kommen, wo die beiden die Entry List anführen.

Zunächst steht für Federer aber das erste Davis-Cup-Einzel auf dem Amsterdamer Sand an. Er trifft am Freitag um 11 Uhr auf Thiemo de Bakker, die nominelle Nummer 3 der Holländer. Der 1,93-Meter-Mann, der kommende Woche seinen 24. Geburtstag feiert, bekam den Vorzug gegenüber dem kränkelnden Igor Sijsling (ATP 81), obwohl er in der Weltrangliste derzeit nur Platz 159 belegt. Auf De Bakkers Visitenkarte stehen unter anderem der Wimbledonsieg bei den Junioren 2006 und ein Einzelerfolg gegen den Franzosen Gaël Monfils drei Jahre später. Stanislas Wawrinka bekommt es zum Auftakt mit dem holländischen Teamleader Robin Haase (ATP 50) zu tun. Die Schweiz ist in der Begegnung, die über den Verbleib in der Weltgruppe entscheidet, klar favorisiert.

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