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Das Tennismärchen der Nummern 217 und 589

Der eine bestreitet sein erstes Wimbledon-Turnier überhaupt, der andere erlebt seine sportliche Wiederauferstehung: Sebastian Ofner und Ernests Gulbis sorgen für Schlagzeilen.

«Auf dem Zug der letzten Chance»: Ernests Gulbis will es noch einmal wissen. (6. Juli 2017)
«Auf dem Zug der letzten Chance»: Ernests Gulbis will es noch einmal wissen. (6. Juli 2017)
Keystone
Sternstunde in Paris: Vor drei Jahren stösst der Lette am French Open in die Halbfinals vor – und in der Weltrangliste in die Top 10. (1. Juni 2014)
Sternstunde in Paris: Vor drei Jahren stösst der Lette am French Open in die Halbfinals vor – und in der Weltrangliste in die Top 10. (1. Juni 2014)
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Er stand gegen Ofner auf verlorenem Posten: Jack Sock, immerhon Nummer 18 der Welt, bss sich am Wimbledon-Neuling die Zähne aus. (6. Juli 2017)
Er stand gegen Ofner auf verlorenem Posten: Jack Sock, immerhon Nummer 18 der Welt, bss sich am Wimbledon-Neuling die Zähne aus. (6. Juli 2017)
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Ernests Gulbis (ATP 589) gilt als Freigeist auf der Tennistour. Aus vermögenden Verhältnissen stammend, mit viel Talent gesegnet, aber in jungen Jahren mit einem Lebensstil, der mit dem Spitzensport kaum vereinbar war. Auch deshalb sagte der inzwischen 28-Jährige aus Riga vor drei Jahren, als er in Paris auf dem Weg in die French-Open-Halbfinals Roger Federer schlug und in die Top 10 vorstiess, dass er im Zug der letzten Chance sitze.

Den grossen Durchbruch schaffte Gulbis dann aber nicht – im Gegenteil. Die nächsten Rückschläge folgten, und als der Lette 2016 aufgrund von Schulter- und Handgelenkproblemen in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr spielen konnte, folgte im Ranking der Sturz aus den Top 500. In diesem Frühjahr schlug sich Gulbis mit muskulären Problemen herum, seine letzte Partie auf der Tour vor Wimbledon hatte er am Turnier von Halle 2016 gewonnen.

Er sei mit seiner Aussage vor drei Jahren falsch gelegen, sagte Gulbis nach seinem Sieg in der 2. Runde gegen Juan Martin Del Potro. Er sei erst jetzt auf diesem Zug der letzten Chance. Der frühere Top-10-Spieler war ohne Erwartungen nach Wimbledon gereist und glaubte nicht einmal daran, einen Satz zu gewinnen. Nun tritt er auf dem Centre Court gegen Novak Djokovic an. «Ich hatte gegen Del Potro schon nichts zu verlieren – und jetzt noch weniger», sagt Gulbis.

Ofners sensationeller Lauf

Ein kleines Tennismärchen schrieb in den ersten Tagen von Wimbledon auch Sebastian Ofner (ATP 217). Der 21-Jährige aus der Steiermark eliminierte am späten Donnerstagabend in der 2. Runde den Weltranglisten-Achtzehnten Jack Sock aus den USA in fünf Sätzen.

Ofner, der von Dominic Thiems Vater Wolfgang trainiert wird, hatte vor Wimbledon weder eine Partie auf der ATP-Tour bestritten noch jemals an einem Rasen-Turnier teilgenommen. Vor der Qualifikation in Roehampton trainierte er gerade einmal zwei Stunden auf Rasen.

Die drei Qualifikationspartien bestritt er alle im selben Dress, «zwischendurch habe ich es einmal gewaschen», bemerkte er. Nach dem Einzug ins Haupttableau kaufte er sich mit einem Gutschein des Veranstalters von 250 Pfund im Fanshop eine zusätzliche Ausrüstung.

Erst seit zwei Jahren und dem Abschluss der Schule setzt Ofner voll auf die Karte Tennis. «Dann habe ich angefangen, zweimal am Tag zu trainieren.» Ein paar Jahre wollte er sich Zeit geben, um in die Top 200 zu gelangen, mit den fünf Siegen im Südwesten Londons hat er dies bereits geschafft: Nach Wimbledon wird er mindestens in der Region um Rang 150 auftauchen.

Mit den 90'000 Pfund Preisgeld hat Ofner seine bisherigen Karriere-Einnahmen von gut 46'000 Dollar deutlich übertroffen. In der 3. Runde spielt er gegen den elf Monate jüngeren Deutschen Alexander Zverev, die Nummer 12 der Welt, um weitere 57'000 Pfund.

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