«Das Selbstvertrauen geht verloren»

Es geht weiterhin nicht aufwärts: Der Schweizer unterliegt Donald Young (USA/ATP 234) in Washington bereits in der ersten Runde.

Umsonst gestreckt: Stan Wawrinka scheidet in Washington früh aus.

Umsonst gestreckt: Stan Wawrinka scheidet in Washington früh aus.

(Bild: Keystone Carolyn Kaster)

Stan Wawrinka (ATP 198) verlor gegen Donald Young (ATP 234) in 2:21 Stunden 4:6, 7:6 (7:5), 6:7 (3:7). Für Wawrinka war es eine «harte Niederlage», zumal der Amerikaner ebenfalls eine miserable Saison spielt. Young (7:18 Matchbilanz/2:10 auf der ATP-Tour) verlor heuer noch öfter als der Romand (6:11).

Erst einmal in seiner Karriere beendete Wawrinka eine Saison mit einer negativen Match-Bilanz (21:24 im Jahr 2007). Der 33-jährige Waadtländer muss sich immer noch daran gewöhnen, den Platz derart oft als Verlierer verlassen zu müssen. «Es ist hart, wenn du nicht viele Spiele gewinnst. Das Selbstvertrauen geht komplett verloren. Und du beginnst auf dem Platz zu viel zu denken.»

In Washington kam Wawrinka früh vom Kurs ab. Er brachte nach einer 30:15-Führung wegen einer Serie von Eigenfehlern gleich das erste Aufschlagspiel nicht durch. Diesem Rückstand lief er hinterher. Während der gesamten Partie resultierte für keinen der beiden Spieler ein weiteres Break. Wawrinka boten sich Chancen, als er im Entscheidungssatz beim Stand von 3:3 und 40:15 seine einzigen zwei Bälle zum Servicedurchbruch besass. Andererseits trennten Young schon vorher, im Tiebreak des zweiten Satzes, bei 5:3 bloss zwei Punkte vom Sieg. In dieser Phase profitierte Wawrinka von Fehlern des Gegners, beispielsweise einem Doppelfehler bei 5:4.

Ein langer Prozess

Wawrinka gewann im ersten Tiebreak vom 3:5 zum 7:5 die letzten vier Ballwechsel, Young holte im zweiten Tiebreak vom 3:3 zum 7:3 aber die letzten vier Punkte des Spiels. Dem dreimaligen Schweizer Grand-Slam-Turniersieger blieb am Ende nichts anderes übrig, als in seiner aktuell schwierigen Situation nach positiven Aspekten zu suchen. «Es fehlt nicht viel», so Wawrinka. «Manchmal habe ich das Gefühl, nahe dran zu sein. Aber es gibt auch Phasen, in denen ich denke, dass noch viel fehlt. Aber immerhin fühle ich mich gut. Ich bin fit und kann ausgiebig trainieren. Ich weiss und bin sicher, dass ich dahin komme, wo ich hin will. Aber es ist hart, ein langer Prozess. Das gilt es zu akzeptieren.»

Für Wawrinka geht es Ende Woche in Toronto weiter. Anders als Andy Murray erhält er keine Wildcard fürs Hauptfeld. Er benötigt sogar für das Qualifikationsturnier vom Wochenende eine Wildcard und den Goodwill der Organisatoren.

sda

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