«Das muss eines der besten Comebacks aller Zeiten sein»

Roger Federer schlägt Rafael Nadal im Miami-Final. Und wie! Dem Spanier blieb die Bewunderung. Der Schweizer nimmt Kurs auf Rang 1.

Duell der Giganten: Federer gewinnt das Traumfinal gegen Nadal. Video: Tamedia/AP
René Stauffer@staffsky

«Schon der Halbfinaleinzug wäre fantastisch gewesen», sagte Roger ­Federer vor dem Endspiel. «Ich dachte immer, irgendwann muss doch der Einbruch kommen.» Er kam nicht, auch nicht im Final. In 95 Minuten schlug er auf Key Biscayne Rafael Nadal 6:3, 6:4 – womit er gegen seinen härtesten Rivalen erstmals vier Partien und fünf Sätze hintereinander für sich entschieden hat.

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«Das muss eines der besten Comebacks aller Zeiten sein», sagte Nadal, dessen Finalbilanz in Miami sich auf 0:5 verschlechterte, als er die kleine Kristalltrophäe entgegennahm. Wer wollte ihm widersprechen? Für Federers Rückkehr nach einer sechsmonatigen Auszeit genügen nur Superlative. Nach dem 18. Grand-Slam-Titel in Melbourne gewann er auch die ersten zwei Masters-Turniere und schaffte das «Sunshine Double», wie der Gewinn von Indian Wells und Miami in Folge genannt wird.

26. Titel in der Masters-Serie

Das 37. Duell mit Nadal fand bei brutalen Bedingungen statt, vor allem wegen der über 70-prozentigen Luftfeuchtigkeit. Selbst Federer liess sich für einmal Eistücher umlegen während der Seitenwechsel und wirkte angeschlagen, ­während Nadal tropfte wie ein defekter Wasserhahn, die Hosen klebten an ihm.

Der erste Satz brachte ungewohnt viele Breakbälle. Nadal kam in drei Games zu total vier Chancen, die ­Federer alle abwehrte. Er selber liess Möglichkeiten zum 3:1 und 4:2 ungenutzt und brauchte drei weitere Chancen, bis er das vorentscheidende 5:3 geschafft hatte. Nadal spielte aggressiver und servierte besser als in Indian Wells, war aber im zweiten Satz weitgehend chancenlos. Mit einem Rückhandreturn longline erzwang Federer das 5:4, worauf er schon den ersten Matchball nutzte – zum 91. Turniersieg, dem 26. in der Masters-Serie. Der nun dreifache Miami-Champion schlug fast doppelt so viele Winner (29:15), dazu unterliefen ihm auch weniger Fehler (19:23) als dem Mallorquiner.

Fototermin nach Finalsieg: Federer zeigt sich in vor der Skyline von Miami.

Auch in Florida zehrte Federer von seiner Frische und dem Selbstvertrauen, das ihm seine Aufbauphase und der Triumph in Australien mitgaben. An der Basis des Erfolgs stand seine mentale Stärke, die sich speziell in den Tiebreaks zeigte. Erstmals seit Shanghai 2014 konnte er nun auch ­wieder ein Turnier gewinnen, an dem er ­bereits Matchbälle hatte abwehren ­müssen – es waren zwei gegen Tomas Berdych.

Es war einmal... Federer-Nadal-Duelle in Miami:

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