Das Klima wurde Federer zum Verhängnis

Roger Federer hat in New York alles Mögliche unternommen, um in Form zu kommen. Genützt hat es nichts.

Eine deprimierende Premiere: Roger Federer verliert erstmals in New York gegen einen Spieler ausserhalb der Top 50.
Adrian Ruch

Roger Federer hatte sich für das US Open einiges vorgenommen. Er hatte alles getan, um in Topform antreten zu können. Er reiste vor dem Turnier in Cincinnati nach New York, um sich an die Platzverhältnisse und die Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen. Doch die Formkurve Federers entwickelte sich während der Hartplatzsaison nie in die gewünschte Richtung.

Die Finalteilnahme in Cincinnati war insofern trügerisch, als er sie vorwiegend seinem starken Aufschlag zu verdanken hatte. Am US Open gewann er zwar die ersten drei Partien ohne Satzverlust, überzeugte aber nur phasenweise. Aufgrund seiner Verfassung deutete wenig auf seinen sechsten US-Open-Titel hin, aber einen Sieg gegen John Millman hatte man erwarten dürfen.

Hat er jemals so schlecht aufgeschlagen?

Die ungemein hohe Luftfeuchtigkeit machte dem 37-Jährigen extrem zu schaffen. Die Beine kooperierten offensichtlich nicht. Hat man Federer jemals so schlecht aufschlagen sehen wie im zweiten Satz? Zudem tat er schon bald alles, um die Ballwechsel kurz zu halten. Immer wieder stürmte er nach dem zweiten Service ans Netz, er schlug so viele Stoppbälle wie wohl noch nie.

Hätte er im zweiten Durchgang einen seiner zwei Satzbälle verwertet, es hätte vielleicht trotz der physischen Probleme zum Sieg gereicht. Wahrscheinlich hätte ein Erfolg über den laufstarken Australier den Abgang aber nur um zwei Tage verzögert. Bei diesen langsamen Bedingungen und in seiner derzeitigen Form hätte Federer Novak Djokovic nach menschlichem Ermessen nicht bezwingen können.

Die Niederlage gegen Millman ist bitter, aber vorzuwerfen braucht sich der 37-Jährige nichts. Er hat sich im Vorfeld des US Open bestmöglich vorbereitet und auch während der Partie nichts unversucht gelassen. In New York sind in den letzten Tagen auch deutlich jüngere Spielerinnen und Spieler Opfer der klimatischen Bedingungen geworden. Djokovic selber war in der ersten Runde nahe am Kollaps gewesen. Ein Trost ist das für Roger Federer nicht.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt