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«Hier muss man das beste Tennis spielen»

Stan Wawrinka verriet nach seinem Fünfsatzsieg gegen Andy Murray, wieso er trotz zweimaligem Satzrückstand positiv blieb.

Grund zum Jubel nach grossem Kampf: Stan Wawrinka.
Grund zum Jubel nach grossem Kampf: Stan Wawrinka.
Keystone

Langjährige Beobachter der Tennisszene hielten den Atem an: Was Stan Wawrinka im fünften Satz gegen Andy Murray auspackte, war etwas vom Besten, was man je auf einem Tennisplatz gesehen hat. Nach 4 Stunden Spielzeit gegen die Nummer 1 der Welt, drückte der Romand noch einmal aufs Tempo und überforderte sogar den grössten Defensivkünstler der Gegenwart. 6:1 und das Resultat täuschte nicht, der Schotte war absolut chancenlos. «Mit einer solchen Stimmung wie hier muss man das beste Tennis spielen. Es war wunderbar», bedankte sich Wawrinka beim Publikum auf dem Court Philippe Chatrier.

Dass er am Schluss noch so auftrumpfen konnte, war nicht selbstverständlich, vor allem mental hatten die ersten drei Sätze enorm Energie gekostet. Er hätte da schon in der Kabine sein können, lag aber 1:2 Sätze hinten. Den ersten und dritten Durchgang verlor er jeweils nicht zwingend, nach ein-, respektive zweimaligem Breakvorsprung. «Da war ich viel zu zögerlich», war er selbstkritisch. Anstatt die Faust im Sack zu machen, blieb er positiv. «Man kann die Sache aus zwei Blickwinkeln betrachten. Ich bin positiv geblieben, nahm mit, dass ich vorher dominiert hatte und das hat sich ausbezahlt.» Und so nahm er den Fuss nicht vom Gaspedal, und zwang den Schotten zu immer noch mehr Laufarbeit.

Nun hat er fast 48 Stunden Pause, bis es gegen Rafael Nadal um die Krone geht. Es wäre seine Zweite in Paris nach 2015, wo er Novak Djokovic den Grand Slam vermieste und die vierte überhaupt. «Zuerst will ich jetzt einmal diesen Sieg geniessen», sagte er im Platzinterview, «im Tennis geht alles so schnell und man hat die Tendenz, zu schnell wieder nach vorne zu schauen. Aber es ist unglaublich, dass ich hier wieder einen Final bestreiten darf.» Seinen vierten Grand-Slam-Final, die Finalbilanz von 3:0 verspricht so vieles.

Am Sonntag spielt die Schweiz auch um den Hattrick. Wawrinka gewann das US Open, Roger Federer das Australian Open. Kann nun Wawrinka dem ewigen Schweizer Tennis-Märchen das nächste Kapitel hinzufügen?

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