Zum Hauptinhalt springen

Chiudinelli verliert trotz Kampfgeist

Nach einem harten Match muss sich Marco Chiudinelli gegen Igor Andrejew geschlagen geben. Die Enttäuschung war ihm anzumerken.

Für Marco Chiudinelli (ATP 63) hat das Allianz Suisse Open Gstaad sehr unglücklich geendet.Der Baselbieter verlor das finale Tiebreak gegen Igor Andrejew (ATP 88) und so den Achtelfinal 3:6, 7:6 (8:6), 6:7 (6:8). Nach mehr als 25 Stunden Bruttospielzeit.

Am Abend schied dann auch noch der letzte Schweizer aus. Michael Lammer, der wegen einer Magen-Darm-Grippe eineinhalb Tage praktisch nichts hatte essen können, unterlag dem als Nummer 2 gesetzten Nicolas Almagro 6:3, 3:6, 2:6, wobei ihm am Schluss sichtlich die Energie fehlte.

Als die letzte Vorhand von Marco Chiudinelli ins Out segelte, 25 Stunden nach dem ersten Ballwechsel, ging ein Raunen durch die noch etwa 300 Zuschauer. Die Unentwegten, die den garstigen Witterungsbedingungen im Berner Oberland getrotzt hatten, spendeten dem Sieger artig Beifall und verabschiedeten dann den Verlierer mit einem herzlichen Applaus.

Mental schwierige Situation

Die verdienten Sympathiebezeugungen konnten Chiudinelli nur wenig trösten, er verliess die Anlage schnurstracks und verzog sich in sein nahe gelegenes Hotel. Die Enttäuschung war nur zu verständlich, war er doch in einer am Mittwoch schon verloren geglaubten Partie (3:5, 0:30 Service Andrejew im Entscheidungssatz) nur einen Hauch von der zweiten Viertelfinal-Qualifikation auf Sand entfernt gewesen. «Natürlich bin ich sehr enttäuscht, das ist sicher eine der bittereren Niederlagen des Jahres für mich», so Chiudinelli.

Andrejew erwischte in der zweiten Wiederaufnahme - um 15.45 Uhr hatten die beiden Spieler auf dem Court nur einspielen können, ehe Petrus wieder seine Schleusen öffnete - den besseren Start. Er ging schnell 4:1 in Führung, ehe Chiudinelli vier Punkte in Serie holte und bei 5:4 eigenen Aufschlag hatte. Das Ziel vor Augen, schaffte er aber den letzten Schritt nicht mehr, so dass doch der Russe nach 12 Minuten jubeln konnte. Für die 149 Minuten Nettospielzeit hatten Chiudinelli und Andrejew total mehr als 25 Stunden gebraucht.

Für beide Spieler war die Situation mental schwierig gewesen. Obwohl sie routiniert sind, kommt es auf der Profitour nicht alle Tage vor, dass eine Partie bei 6:6 im Entscheidungssatz vertagt wird und es am nächsten Tag direkt «um die Wurst» geht. Chiudinelli hatte vor seiner Premiere mit dem finalen Tiebreak gut geschlafen, «etwa achteinhalb Stunden» und hatte dann einfach versucht, «nicht zu viel Energie zu verlieren, aber auch nicht einzuschlafen.»

Optimistisch

Rankingmässig wird die Schweizer Nummer 3 trotz der guten Leistungen gegen Bellucci und Andrejew nicht gross profitieren, aber immerhin geben die Partien Zuversicht: «Ich habe gut gespielt und denke, es ist eine Frage der Zeit, bis ich wieder ein paar Partien in Serie gewinne. Das Niveau stimmt, bisher hängt es einfach noch nicht an.»

Nun folgt die zweite Saisonhälfte, jene, in der Chiudinelli im Vorjahr den Durchbruch und den Sprung in die Top 100 schaffte. Dementsprechend hat er bis Jahresende viele Punkte zu verteidigen, im allerschlechtesten Fall - bei einer Verletzung - würde er bis in die Gegend von Position 150 abrutschen. «Natürlich möchte ich mein Ranking konsolidieren und diese Punkte verteidigen, aber es wird sehr schwer. Ich will aber so weiter arbeiten wie in den letzten Monaten.» Chiudinelli weiss noch nicht, ob er schon nächste Woche in Washington auf Hartplatz spielt oder erst anschliessend bei den Qualifikationen in Toronto und Cincinnati.

(si)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch