Brillante Bencic einen Sieg vor dem US-Open-Final

Die St. Gallerin bezwingt auch die Kroatin Donna Vekic und steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinal.

Ein deutlicher Zweisatz-Sieg für die Favoritin: Belinda Bencic triumphiert im Viertelfinal des US Open. (Video: AP)
René Stauffer@staffsky

Nachdem am Vortag Stan Wawrinka und Roger Federer beide ihre Viertelfinals verloren hatten, verhinderte Belinda Bencic aus Schweizer Sicht das worst-case-scenario und setzte einen Meilenstein in ihre Karriere, auf den sie lange warten musste: Fünf Jahre nach ihrem ersten Grand-Slam-Viertelfinal packte sie in New York die zweite Chance, an einem der vier grössten Turniere in die Halbfinals vorzustossen. Nach einem 7:6 (7:5), 6:3 gegen die Kroatin Donna Vekic (WTA 23) fehlt ihr nur noch ein Sieg, um das Endspiel des US Open zu erreichen.

Nachdem sie die Weltnummer 1 Naomi Osaka aus der Aussenseiterposition bezwungen hatte – und das schon zum dritten Mal in diesem Jahr –, fand sich Bencic gegen die frühere Freundin Stan Wawrinkas in einer ganz anderen Position. Nun war sie es, von der der Sieg erwartet wurde, und vor allem im ersten Satz leistete ihr die 23-jährige Kroatin grossen Widerstand. Sie schlug sogar zum Satzgewinn auf.

Als Favoritin in den Halbfinal

Auch im Halbfinal ist die 22-jährige Bencic, die als aktuelle Nummer 12 kommende Woche in die Top-10 zurückkehren wird, favorisiert, zumindest gemäss der Weltrangliste. Sie trifft entweder auf die 19-jährige Kanadierin Bianca Andreescu (WTA 15) oder die Belgierin Elise Mertens (WTA 26). Die beiden spielten am Mittwoch erst in der Abendsession gegeneinander.

Bildstrecke: Impressionen vom Viertelfinalsieg Belinda Bencics

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Bei zur Mittagszeit noch erst spärlich gefüllten Rängen im Ashe-Stadion entwickelte sich zwischen Bencic und Vekic eine Partie von ansprechender Qualität, in der beide Spielerinnen ihre Anspannung aber nicht verbergen konnten – immerhin ging es für beide um ihren ersten Grand-Slam-Halbfinal. Als erste verlor Bencic ihren Aufschlag zum 4:5, nachdem ihr erster Service sie im Stich gelassen hatte. Dass sie danach nicht locker liess und ihrerseits mit ihrer ersten Breakchance der Partie das 5:5 holte, war richtungsweisend.

Starke Saison-Bilanz

Nach einem vergebenen Satzball zum 7:5 gewann die St. Gallerin die Kurzentscheidung nach einer 6:3-Führung 7:5 – womit sie ihre Tiebreak-Bilanz der Saison auf beeindruckende 10:2 verbesserte. Im zweiten Satz war Bencic so überlegen, dass sie sich sogar drei Doppelfehler in einem Game leisten konnte, ohne es zu verlieren. Während ihr Vater Ivan auf der Tribüne verbissen auf seinem Kaugummi herumbiss, vergab sie zuerst zwei Breakchancen zum 3:2, ehe sie mit acht Punktgewinnen in Folge die Games zum 3:3 und 4:3 verbuchte und darauf auf 5:3 stellte.

Schon im nächsten Game erzwang sie zwei Matchbälle, die Vekic aber mit grosser Klasse abwehren konnte. Beim dritten schlug sie kurz darauf aber eine Vorhand ins Aus und musste zuschauen, wie Bencic, mit der sie gut befreundet ist, sich feiern lassen konnte. Dass Bencic in ihrem 20. Viertelfinal ihre bisherige Bestleistung gelang, kommt nach dem bisherigen Saisonverlauf nicht ganz unerwartet.

Halbfinal als Premiere

Bencic war nach dem Sieg sprachlos. Im Siegerinterview sagte sie: «Wir waren beide noch nie in einem Grand-Slam-Halbfinal und froh, gegeneinander zu spielen. Auf dem Platz liessen wir unsere Freundschaft aber beiseite und spielten beide gut.» Warum sie nun wieder so stark sei, begründete sie so: «Ich merkte, wie sehr mir das Tennis fehlte, als ich verletzt war. Ich habe eine ganz neue Perspektive erhalten.» Sie habe schon als kleines Kind von solchen Erfolgen geträumt. Auf ihren Vater angesprochen, sagte sie: «Ich bin so glückich und dankbar für alles, was er gemacht hat. Heute war er so nervös, dass er wohl fast einen Herzinfarkt bekam», scherzte sie.

«Der Match war extrem knapp», sagte sie zum Schweizer Fernsehen. «In den schwierigen Momenten half mir der Aufschlag, trotz einigen Doppelfehlern war der Service entscheidend.» Es sei extrem heiss gewesen im Stadion, «ich bin froh, ist es vorbei.» Bereits für den Halbfinal der unteren Hälfte qualifiziert hatten sich am Dienstag Elena Switolina und Serena Williams. . Beide Halbfinals der Frauen finden in der Abendsession des Donnerstags statt (ab 1 Uhr in der Nacht auf Freitag MEZ), der Final am Samstag ab 22 Uhr Schweizer Zeit.

DerBund.ch/Newsnet

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