Bencic: «Damit hatte ich Mühe gehabt»

Die 22-Jährige trauert nach dem verlorenen Halbfinal ihren Chancen nach. Das US Open gebe ihr aber Vertrauen und Mumm für die Zukunft.

Belinda Bencic verliert den engen Halbfinal in New York. (Video: Tamedia/Adrian Panholzer)
Simon Graf@SimonGraf1

Enttäuscht und müde, aber auch stolz und wohl immer noch etwas aufgekratzt nach ihrem Auftritt auf dieser grossen Bühne – Belinda Bencic konnte ihre Gefühle eine halbe Stunde nach dem Halbfinal gegen Bianca Andreescu (6:7, 5:7) noch nicht recht sortieren.

Es wäre wahrscheinlich eine ganz andere Geschichte geworden, hätte sie ihren Satzball im ersten Durchgang verwertet. Doch über einzelne Bälle mochte sie nicht mehr reden. «Ich trauere jedem Ball nach, den ich verlor», sagte sie einfach.

«Ich werde mir den Match nicht anschauen»

Nach dem Spiel habe sie zuerst einmal fünf Minuten durchschnaufen müssen. «Danach haben wir im Team darüber geredet, wie gut das Turnier gewesen ist, dass ich noch nie so weit gekommen war. Das hat mich wieder in eine positive Stimmung versetzt.» Ob sie diesen Match am Video studieren werde, um daraus Schlüsse zu ziehen, wollte eine Reporterin wissen. «Nein, ich werde ihn mir nicht anschauen», sagte Bencic und schmunzelte. «Aber wenn die Emotionen verflogen sind, können wir über das Spiel reden, um etwas daraus zu lernen.»

Die Rolle einer Verlierin in der Endphase eines Grand-Slam-Turniers ist an Medienkonferenzen, eine Lobeshymne auf ihre Bezwingerin anzustimmen. Bencic tat das auch: «Sie spielte in den entscheidenden Momenten besser als ich. Das war der Unterschied», sagte sie über Andreescu. «Ich war überhaupt nicht überrascht, wie gut sie spielte. Niemand sollte überrascht sein. Sie hat schon so viele starke Spielerinnen geschlagen. Sie verdient es absolut, im Final zu sein.»

Diese Konstanz bewahren

Dass sie erstmals einen Major-Halbinal erreichte, werde ihr mehr Vertrauen geben für die Zukunft, sagte Bencic: «Ich weiss nun, dass ich ein paar Runden an einem Grand-Slam-Turnier gewinnen kann. Damit hatte ich ja Mühe gehabt, zuvor hatte ich oft in der dritten Runde verloren. Diese Konstanz möchte ich beibehalten in den nächsten Turnieren und auch an den Grand Slams.»

Was fehlt ihr denn noch zur Grand-Slam-Siegerin, nachdem sie punkto Fitness und Aufschlag grosse Fortschritte gemacht hat? «Es sind die Details, die es ausmachen», sagte sie. «Wenn ich mich in allen Bereichen noch ein Prozent steigern kann, bei der Fitness, dem Mentalen, dem Aufschlag, kann das schon viel bewirken. Und ich muss mein Level noch verbessern an jenen Tagen, an den ich nicht so gut spiele.»

Sie müsse sich nun einfach weitere solche Möglichkeiten erarbeiten, Halbfinals, Viertelfinals erreichen. «Und wenn man viele Chancen hat, nutzt man dann auch einmal eine. Mein Motto ist: Man muss dem Glück eine Chance geben.»

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