Bacsinszkys Trost: «Wenigstens unterlag ich der Nummer 1»

Die Siegesserie der Lausannerin endet nach 15 Spielen. In Indian Wells unterlag sie der unzufriedenen Serena Williams 5:7, 3:6.

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René Stauffer@staffsky

Serena Williams legte Timea Bacsinszky freundschaftlich die Hand auf die Schulter, als die beiden nach dem Shakehands zu ihren Stühlen liefen, während die über 10 000 Zuschauer der Nightsession applaudierten. «Ich bin froh, dass es die Nummer 1 gewesen ist, die meine Siegesserie beendet hat», sagte sie, und das habe sie am Netz auch zur 19-fachen Grand-Slam-Siegerin gesagt, erzählte die 25-jährige Lausannerin später in der Players Lounge. «Aber obwohl ich viel gewonnen habe, mag ich Niederlagen noch immer nicht», fügte sie an.

Williams – für Bacsinszky «die grösste Spielerin aller Zeiten» – erreichte mit einem 7:5, 6:3 als erste Amerikanerin seit zehn Jahren die Halbfinals am zweitgrössten Turnier der USA, wo sie auf die Rumänin Simona Halep trifft. Obwohl sie damit die traumhafte Siegesserie der Westschweizerin nach 15 Erfolgen beendete, war sie alles andere als zufrieden. «Das war nicht die Serena, die wir alle kennen. Ich suche immer noch meinen Weg ins Turnier», sagte sie. Dennoch lobte sie ihre Gegnerin: «Sie wird eine grosse Zukunft haben, und diese Zukunft hat schon begonnen.»

Auch bei ihrem ersten Einsatz auf dem grössten Court legte Bacsinszky keck los und nahm der weltbesten Aufschlägerin gleich das erste Servicegame ab. Sie wurde darauf zum 3:3 erstmals selber gebreakt, kam aber bei 5:5 zu zwei weiteren Breakchancen, die sie vergab. Nach 47 Minuten erzwang Williams, die nur beim Aufschlag kapitale Vorteile besass, den Gewinn des ersten Satzes und ballte die Faust.

Nun kennnt auch Larry Ellison Bacsinszky

Vor den Augen des Turnierbesitzers und Milliardärs Larry Ellison, Mitgründer des Softwareunternehmens Oracle, begann der zweite Satz mit vier Breaks in Folge. Larry Ellison? «Ich weiss gar nicht, wer das ist», gab Bacsinszky später zu, «aber wahrscheinlich kannte er auch mich vor dem Turnier nicht.» Das hat sich definitiv geändert: Der grosse Chef des Turniers, ein erklärter Tennisfan, war einer, der Bacsinszky beim Verlassen des Courts am längsten applaudierte.

Bacsinszky hatte nur noch bis 3:3 mitgehalten, dann begannen ihre Kräfte zu schwinden, und Williams setzte zum Schlussspurt an. Nach 1:25 Stunden konnte sie jubeln – sie weist nun selber 15 Siege in Folge auf. Trotzdem ist Bacsinszky, Siegerin in Acapulco und Monterrey, mit 21 Siegen immer noch die erfolgreichste Spielerin der Saison, sie hat erst dreimal verloren und wird nun von Rang 26 voraussichtlich auf 22 oder 23 vorstossen, eine neue Bestmarke. «Immerhin machte ich auch Williams das Leben schwer. Aber sie ist nicht umsonst die Nummer 1», sagte sie. Sie macht nun einige Wochen Pause und verzichtet auf einen Start am Turnier in Miami, um sich zu erholen.

DerBund.ch/Newsnet

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