Warning, Mr. Nadal!

Das US Open führt die «Shot clock» ein – wer länger als 25 Sekunden braucht vor dem Aufschlag, wird bestraft. Mit bis zum Abzug eines Games. Das wird einige gar nicht freuen.

Rafael Nadal wird an der neuen Regel keine Freude finden.

Rafael Nadal wird an der neuen Regel keine Freude finden. Bild: Keystone

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Auch das tradtionsbewusste Tennis bewegt sich. Vergangenes Jahr testete das US Open die «Shot clock», den Countdown zwischen zwei Aufschlägen, bei den Junioren und in der Qualifikation. Nun führt sie die tickende Uhr in den Haupttableaus ein – und zwar schon in diesem Jahr. Für alle Zuschauer ersichtlich beginnt der Countdown nach abgeschlossenem Punkt zu laufen, dann hat der Aufschläger 25 Sekunden Zeit, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen. Überschreitet er diese Marke, wird er konsequent bestraft: Wird beim ersten Mal noch eine Verwarnung ausgesprochen, folgt bei der zweiten Übertretung schon ein Punktabzug und bei der dritten der Abzug eines Games.

Federer beschwerte sich schon oft

Wen das gar nicht freuen wird, ist Rafael Nadal. Der Spanier ist bekannt dafür, sich vor seinen Aufschlägen Zeit zu nehmen, um seine Haare aus dem Gesicht zu streichen und sein Leibchen und seine Hose zurechtzuzupfen – und überschreitet dabei regelmässig die vorgegebenen 20 Sekunden an Grand Slams. Das US Open fügte noch 5 Sekunden hinzu, um seine Neuerung etwas abzufedern. Eine Uhr tickete schon bisher, aber nur sichtbar für den Schiedsrichter. Und nur selten wurden wegen Zeitüberschreitungen Verwarnungen ausgesprochen.

Jetzt bleibt den Unparteiischen gar keine andere Wahl, weil alle sehen, wenn die Zeit abgelaufen ist. Zur «heissesten» Zeit der Rivalität zwischen Roger Federer und Rafael Nadal beschwerte sich der Schweizer regelmässig darüber, dass sich der Spanier vor seinen Aufschlägen zu viel Zeit nehme.

Wann ziehen die anderen nach?

«Das Tempo des Spiels ist heute ein wichtiger Faktor im Sport», sagt Chris Widmaier, der Kommunikationschef des US Open, gegenüber der «New York Times». «Dem tragen wir Rechnung und schreiten voran.» Immerhin hat der Schiedsrichter etwas Spielraum: Nach einem besonders langen Punkt, in heissen Bedingungen oder nach Zwischenrufen von Fans kann er ein Auge zudrücken. Gemäss Widmaier hat sich die «Shot clock» beim letztjährigen Test bewährt, nur ein paar Verlierer hätten sich darüber beschwert. Es ist gut möglich, dass nach dem US Open auch die anderen Grand Slams nachziehen.

Beim ATP-Finale in London sprach sich Nadal klar gegen einen öffentlichen Countdown vor den Aufschlägen aus: «Ich glaube, das ist nicht gut für die Zukunft der Tour», sagte er. «Für mich persönlich mache ich mir aber keine Sorgen. Ich will ja nicht mehr zehn Jahre spielen. Und ich kann mich gut anpassen.» Auch für Novak Djokovic, der den Ball vor seinen Aufschlägen unzählige Male zu prellen pflegt, dürfte es knapp werden mit den 25 Sekunden. Nicht aber für Roger Federer. Er ist ein Schnellspieler. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.04.2018, 13:34 Uhr

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