Osaka blieb cool, Serena Williams nicht

Die 20-jährige Japanerin feiert ihren ersten Major-Titel – in einem US-Open-Final, der für viel Gesprächsstoff sorgt.

War mit dem Schiedsrichter überhaupt nicht einer Meinung: Serena Williams. (Video: Tamedia/AP/SRF)

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Naomi Osaka träumte davon, einen Grand-Slam-Final gegen Serena Williams zu spielen – und zu gewinnen. Obschon ihr das gelang, so hatte es sich die Japanerin wohl nicht vorgestellt. Denn ihr erster Major-Titel wurde von Misstönen begleitet. Sie allerdings konnte nichts dafür.

Die Kontroverse entstand zwischen Williams und Schiedsrichter Carlos Ramos, der die Amerikanerin mit seinen Entscheiden zu Tränen rührte. Zuerst sprach er im zweiten Game des zweiten Satzes eine erste Verwarnung gegen Williams aus wegen Coachings. Nach dem Rebreak Osakas zum 2:3 zertrümmert sie ihren Schläger – zweite Verwarnung und Punkt für Osaka. Und dann bezeichnete Williams den Unparteiischen beim Seitenwechsel bei 3:4 als «Dieb», worauf ihre Gegnerin sogar ein Game zugesprochen erhielt.

Am Schluss weinten beide

Die 20-Jährige blieb inmitten dieser Turbulenzen cool und servierte bei 5:4 zum Titel – zum 6:2, 6:4. Erst dann flossen auch bei Osaka Tränen, Tränen der Freude. Williams gratulierte ihr fair, dem Unparteiischen schüttelte sie die Hand nicht. Ramos hatte aber nur nach dem Regelbuch gehandelt. Höchstens die erste Verwarnung wegen Coachings war diskutabel. Aber ihr Coach Patrick Mouratoglou hatte ihr offensichtliche Handzeichen gemacht. Und ihre Wutausbrüche von Williams musste Ramos sanktionieren.

Selbst ohne diese unschönen Szenen wäre es für Williams gegen die stark aufspielende Osaka sehr schwer geworden. Denn die Aussenseiterin legte von Beginn weg los und trieb Williams mit ihrer exzellenten ­Defensive zur Verzweiflung. Nur 34 Minuten brauchte sie für den ersten Satz. Die so viel erfahrenere Amerikanerin machte den nervöseren Eindruck, derweil Osaka ganz sachlich ihr Spiel spielte, ohne zu ihrer Gegnerin zu schauen, die einst ihr Idol war. Und sie liess sich auch nicht beeindrucken, als Williams im zweiten Satz 3:1 in Führung ging.

Ein Coup, der zum Frauentennis passt

Die 36-Jährige verlor nach Wimbledon (gegen Angelique Kerber) innert Kürze den zweiten Grand-Slam-Final und muss weiter darauf warten, Rekordfrau Margaret Court mit ihren 24. Major-Titeln zu egalisieren. Osakas Triumph passt derweil zum Frauentennis, das nun an fünf der letzten sieben Grand Slams eine erstmalige Siegerin hervor­­gebracht hat. 2017 Jelena Ostapenko (Paris) und Sloane Stephens (New York), 2018 nun mit Caroline Wozniacki (Melbourne), Simona Halep (Paris) und nun eben Osaka. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2018, 23:47 Uhr

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