Im anderen Reich des SC Bern

Einiges sieht anders aus in der Postfinance-Arena, so auch die Gästegarderoben. Diejenige der 1. Mannschaft blieb hingegen unangetastet. Und auch das Catering ist in der Hand des SCB.

Tennisbälle statt Pucks, Sofa statt Bänke: Rolf Bachmann in der für das Schweizer Davis-Cup-Team umgestalteten Garderobe. (Manuel Zingg)

Tennisbälle statt Pucks, Sofa statt Bänke: Rolf Bachmann in der für das Schweizer Davis-Cup-Team umgestalteten Garderobe. (Manuel Zingg)

Wenn heute das Schweizer Davis-Cup-Team zum öffentlichen Training in die Postfinance-Arena einläuft, wird nicht mehr viel darauf hinweisen, dass diese eigentlich das Heimstadion des SC Bern ist. Alle Eishockey-relevanten Elemente wie Banden, Spielerbänke und Zeitnehmerhäuschen sind verschwunden, ebenso die Werbebanner, die sich sonst durch das Stadion ziehen. Bloss was direkt mit dem SCB in Verbindung gebracht wird, wie beispielsweise das Poster der Kampagne «Geht unter die Haut», hängt noch. «Wenn wir dürfen, sind wir an Veranstaltungen von Externen gerne präsent», sagt Rolf Bachmann, der COO des SCB, der für Stadionevents zuständig ist. Es sei aber auch verständlich, dass die einzelnen Veranstalter ihre eigenen Partner mitbrächten. «Und extra etwas zu produzieren, das konform ist, wäre unverhältnismässig.»

Trotzdem sieht er die Austragung des Davis-Cup als Chance für das Eishockey. «Vielleicht kommt der eine oder andere Tennis-Fan auch einmal zu einem SCB-Match, um die Atmosphäre wieder zu erleben.» Zwar werden am Wochenende maximal 8000 anstelle der im Winter möglichen 17 131 Zuschauer auf den Tribünen Platz nehmen. Doch das sind immer noch 1800 mehr als beispielsweise in Lausanne 2008. «Die Kapazität ist einer der Vorteile des Stadions», weiss Bachmann. Zum Zeitpunkt, als Bern und der SCB als Durchführungsort respektive -partner angefragt wurden, war bereits klar, dass Federer mit von der Partie sein würde. «Ansonsten hätte sich die Frage gestellt, ob Swiss Tennis daran glaubt, auch ohne ihn das Stadion füllen zu können», sagt Bachmann. «Der SCB ist als Zuschauerkrösus bekannt, und das soll auch so bleiben.» Denn Gegner Portugal hätte die Zuschauer wohl kaum in Scharen in die Bundesstadt gelockt.

Trotz der umfangreichen Umbauten musste die 1. Mannschaft des SCB die Garderobe nicht räumen. Für das Schweizer Team wurden die ehemaligen Räumlichkeiten des «1» umgestaltet, und auch Portugal ist in den Gästegarderoben untergebracht. «Das war eine unserer Grundbedingungen: dass das Sommer-Trainingnicht eingeschränkt wird.»

Die andere Bedingung betrifft das zweite grosse Standbein des SCB, das Catering: Auch während des Davis-Cups ist die Sportgastro AG alleinige Gastgeberin im Stadion. In den Restaurants wurde das Angebot in Absprache mit Swiss Tennis definiert, an den Verpflegungsständen wird in etwa das gleiche erhältlich sein wie an Eishockey-Matches.

Belag zu- und abdecken in 24 h

Seit dem 1. Januar hat der SCB bei sämtlichen Veranstaltungen in der Postfinance-Arena das Sagen. Der nächste bereits fixierte Grossanlass ist das DJ-Bobo-Konzert im Mai nächsten Jahres. «Daneben ist einiges in der Pipeline», so Bachmann, der sich nicht in die Karten blicken lässt. Dazu gebe es viele Anlässe ohne Öffentlichkeitswirksamkeit. Für zwei solche war die Halle während der Zeit des Davis-Cups bereits gebucht. «Wir wollten keine gemachten Vereinbarungen brechen, konnten aber zum Glück Lösungen finden.» Der erste Event wurde ins Medienzelt vor dem Stadion verlegt, für den zweiten, der am Donnerstag stattfindet, ist der Aufwand um einiges grösser: Für die 900 Diplomanden der Wirtschafts- und Kaderschule muss der Belag innert 24 Stunden zu- und wieder abgedeckt werden.

Der Bund

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