Federer: «Saison verläuft ziemlich gut»

Interview

Vor dem Masters-Turnier in Madrid versprüht Roger Federer Optimismus und spricht über seinen bisherigen Saisonverlauf, die Dominanz Novak Djokovics und ein mögliches Duell mit Rafael Nadal.

Die richtigen Schlüsse gezogen: Roger Federer erklärt, er habe aus seinen Fehlern beim letzten Sandturnier in Monte Carlo gelernt.

Die richtigen Schlüsse gezogen: Roger Federer erklärt, er habe aus seinen Fehlern beim letzten Sandturnier in Monte Carlo gelernt.

(Bild: Keystone)

Oliver Gut

Zweieinhalb Wochen sind seit Roger Federers ersten Sandauftritten vergangen. Dass er in Monte Carlo im Viertelfinal vom Österreicher Jürgen Melzer gestoppt wurde, scheint ihn ebenso wenig zu beunruhigen wie die Tatsache, dass 2011 bisher der unbesiegte Novak Djokovic und Rafael Nadal den Takt vorgeben. Jedenfalls präsentierte er sich gestern in Madrid gut gelaunt und zuversichtlich.

Der Optimismus der Weltnummer 3 überrascht vor dem Masters-Turnier nicht; bei den zwei bisherigen Austragungen erreichte Federer zweimal den Final – jeweils gegen Rafael Nadal. 2009 setzte er sich durch. Heuer könnte er bereits im Halbfinal auf den spanischen Sandkönig treffen. Zunächst gilt es aber, die Startaufgabe zu lösen. Morgen trifft Federer auf Milos Raonic (ATP 25) oder Feliciano Lopez (ATP 39).

Roger Federer, wie haben Sie die Zeit zwischen Monte Carlo und Madrid verbracht?

Roger Federer: Ich habe im Kraftraum und auf dem Platz viel an der Fitness gearbeitet, um für die anspruchsvolle Phase, die folgen wird, bereit zu sein. Ich spreche nicht nur von den Sandturnieren bis und mit dem French Open, sondern auch vom Turnier in Halle, von Wimbledon und dem Davis-Cup. Stefan Koubek trainierte mit mir. Es lief toll, ich kann mich über nichts beklagen.

Wer hat Sie nach Madrid begleitet?

Die Familie und der ganze Staff – ausser Fitnesscoach Pierre Paganini sind alle hier.

Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Saison?

Bisher verläuft sie ziemlich gut. Ich fühlte mich die ganze Zeit relativ wohl. Am meisten Probleme mit meinem Tennis hatte ich beim Turnier in Dubai. Ansonsten denke ich, dass ich in Doha, am Australian Open und in Indian Wells gut spielte. In Miami auch, ausser gegen Nadal. Monte Carlo war das erste Turnier auf Sand. Gegen Jürgen Melzer traf ich jedoch ein paar falsche Entscheidungen.

Können Sie das konkretisieren?

Zu Beginn der Sandsaison habe ich oft Mühe mit dem Return. Also wollte ich mir mehr Zeit geben, was dazu führte, dass ich viel zu weit hinter der Grundlinie spielte. Bei den Gegnern zuvor hatte das noch funktioniert; bei Melzer kam ich von so weit hinten nicht mehr richtig in den Platz zurück, weil er aggressiver war. Die Auftritte in Monte Carlo lieferten Erkenntnisse, was ich tun und was ich lassen sollte. Daraus habe ich gelernt.

Man hat sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, dass Sie und Rafael Nadal der Konkurrenz überlegen sind. Derzeit ist Novak Djokovic der Dominator und heuer noch unbesiegt. Wie beurteilen Sie seine Leistungen?

Djokovic hat definitiv sehr gut auf die Finalniederlage am letztjährigen US Open reagiert. Dieses Spiel hätte ihm einen Dämpfer versetzen können, das Gegenteil war aber der Fall. Inzwischen hat er einen tollen Lauf. Es ist schön, zu sehen, dass er einen weiteren Schritt nach vorne gemacht hat. Für das Tennis ist die Entwicklung sicher gut, die nächsten Monate sind sehr interessant. Und es wird nun spannend sein, Djokovic auf Sand spielen zu sehen.

Wie stark schätzen Sie ihn auf dieser Unterlage ein? Wird seine Siegesserie in Madrid enden?

Es wird für ihn schwierig. Doch wenn sein Lauf anhält, kann er auch hier gewinnen. Vor zwei Jahren spielte er gegen Nadal im Halbfinal von Madrid eine unglaubliche Partie, mich hat er schon in Rom besiegt. Djokovic hat sich auf Sand genug bewiesen, es ist nicht seine schwächste Unterlage. Das ist wohl eher Gras.

Spielt es für Sie eine Rolle, dass Sie hier bereits im Halbfinal auf Nadal treffen könnten?

Ich habe das nicht gewusst, es macht aber auch keinen Unterschied. Ich will mich nicht davon beeinflussen lassen, dass Nadal auf Sand als fast unschlagbar gilt. Ich muss mich darauf konzentrieren, dass ich weiterkomme. Sollte ich dann auf Nadal treffen, freue ich mich auf die Chance, zu sehen, wo ich stehe.

2009 schlugen Sie Nadal nach einer schwierigen Phase im Final von Madrid, gewannen danach in Paris und in Wimbledon. Ist die aktuelle Ausgangslage mit damals vergleichbar?

Nicht unbedingt. Weil Madrid nicht mehr das letzte Turnier vor Paris ist. In der Vergangenheit spielte ich unmittelbar vor Paris jeweils am besten, vor Madrid war das ja auch in Hamburg so, wo ich viermal gewann. Nun fällt Rom auf diesen Termin. Wir werden sehen, ob das etwas ändert. Letztlich wird man in der Sandsaison ohnehin am Resultat in Paris gemessen.

Basler Zeitung

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