«Es ist schlimm, eine solche Partie erklären zu müssen»

Auf den 85. Titel in Istanbul folgt für Roger Federer eine Startniederlage in Madrid – gegen Nick Kyrgios nach zwei verpassten Matchbällen.

Zwei Matchbälle vergab Roger Federer in dieser hochklassigen Partie.

Zwei Matchbälle vergab Roger Federer in dieser hochklassigen Partie.

(Bild: Keystone)

In Wimbledon hatte der Australier Nick Kyrgios 2014 die erste Begegnung mit Rafael Nadal gewonnen, in Madrid glückte ihm gestern das gleiche gegen Roger Federer. Der eben 20 Jahre alt ­gewordene Aufsteiger (ATP 35) mit dem Irokesenschnitt und den brachialen Schlägen siegte nach 2:37 Stunden 6:7 (2:7), 7:6 (7:5), 7:6 (14:12) und fügte dem Weltranglistenzweiten die erste Startniederlage auf Sand in Madrid zu.

Federer spielte in einer hochklassigen Partie ansprechend und hätte gut gewinnen können, «wenn ich nur etwas weniger Pech gehabt hätte», sagte er mit Bezug auf das dritte Tiebreak. Dort vergab er als Rückschläger zwei Matchbälle, bevor Kyrgios die Partie mit seiner sechsten Möglichkeit beendete. «Es ist schlimm, eine solche Partie erklären zu müssen. Denn ich spielte eigentlich gut, sogar besser, als ich angesichts meiner kurzen Vorbereitung hatte erwarten können», sagte der Verlierer. Das grosse Problem sei sein Return gewesen, dieser teilweise gar katastrophal. «Ich schaffte es einfach nicht, seine ersten Bälle zu ­retournieren.» Kyrgios, der in Estoril ­gerade erstmals in einem ATP-Final ­gestanden hatte, totalisierte 22 Asse und liess nur vier Breakbälle zu.

«In Istanbul traf ich auf ganz ­andere Spielertypen – Sandspezialisten ohne grossen Aufschlag», fand Federer eine mögliche Erklärung. Er wurde auch nur zweimal ge­breakt, zum Auftakt und zum 2:2 im 2. Satz, in dem er 2:0 geführt hatte. Er werde sich nun aber nicht ­frustrieren lassen, mit einem solchen Resultat habe er rechnen müssen, als er sich für Istanbul einschrieb.

Die Niederlage könnte für den Baselbieter, der am ersten Geburtstag seiner Zwillingsjungen so früh ausschied wie noch nie in der Caja ­mágica, zur Folge haben, dass er kommende ­Woche auch in Rom antreten wird. Entscheiden werde er das erst in den nächsten Tagen mit dem Team, betonte er: «Ich könnte sehr gut auch ohne Rom ans French Open reisen. Mein Selbstvertrauen ist nach Istanbul und den vergangenen ­Monaten immer noch gross, der Fahrplan stimmt weiterhin.» Nicht ­reflektiert wird dieses grosse Selbstvertrauen durch seine Tiebreak-Bilanz, die 2015 mit 4:7 negativ ist – im ­Gegensatz zu ­seiner Matchbilanz von 21:4.

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