Ein Traumfinal Federer gegen Nadal

In Madrid kommt es wie im Vorjahr zum Final zwischen Titelverteidiger Roger Federer und Rafael Nadal. Der Schweizer bezwang im Halbfinal David Ferrer (Sp/ATP 12) 7:5, 3:6, 6:3, der Spanier gewann gegen Landsmann Nicolas Almagro 4:6, 6:2, 6:2.

Steigerungslauf: Roger Federer trifft im Final von Madrid auf Rivale Rafael Nadal.

Steigerungslauf: Roger Federer trifft im Final von Madrid auf Rivale Rafael Nadal.

(Bild: Keystone)

Federer war nach nur zwei Siegen in seinen ersten beiden Sandturnieren in diesem Jahr ohne grosse Ambitionen in die spanische Hauptstadt gereist. Doch plötzlich habe es bei ihm «Klick» gemacht, sagte der Weltranglisten-Erste. Was dies heisst, demonstrierte er gegen Ferrer in den Sätzen eins und drei auf eindrückliche Art und Weise. Im ersten Durchgang spielte er bei eigenem Service gar phänomenal; er variierte ausgezeichnet und gestand dem Einheimischen bloss zwei Punkte zu. Einziges Manko war seine Effizienz bei den Breakbällen; er vermochte erst den sechsten zum 6:5 zu verwerten.

Im zweiten Satz zog er nach dem 1:1 eine Schwächephase ein und geriet 1:4 in Rückstand. Beim Stand von 3:5 vergab er bei Aufschlag Ferrers eine gute Möglichkeit zum 30:0, indem er einen einfachen Volley verschlug. Dass Federer beim zehnten Sieg im zehnten Spiel gegen den Iberer zum dritten Mal einen Satz verlor, lag einerseits daran, dass beim Schweizer die Quote der ersten Aufschläge drastisch sank (von 81 auf 48 Prozent). Andererseits unterstrich der wieselflinke Ferrer, warum er vor der gestrigen Begegnung 27 von 31 Saisonpartien auf Sand siegreich gestaltet hatte.

Im finalen Set gelang Federer das entscheidende Break zum 5:3. Danach servierte er das Spiel souverän nach Hause und verwandelte nach 125 Minuten mit seinem insgesamt achten Ass den ersten Matchball. Den einzigen Breakball, den er im dritten Durchgang gegen sich hatte, wehrte er beim Stand von 1:1 mit einem Vorhandwinner ab.

Die Revanche in der Kapitale?

Federer und Nadal hatten sich in Madrid bereits im vergangenen Jahr im Final gegenüber gestanden - es war das letzte Aufeinandertreffen der beiden besten Tennisspielern der letzten Jahre. Damals setzte sich der Schweizer 6:4, 6:4 durch, nachdem Nadal zuvor 33 Partien in Serie (inklusive Davis Cup) auf seiner Lieblingsunterlage für sich entschieden hatte.

Auch diesmal blickt der Iberer auf eine eindrückliche Bilanz zurück; 2010 triumphierte er in sämtlichen 14 Partien auf Sand, wobei er nur zwei Sätze abgab - gegen den Letten Ernests Gulbis in Rom sowie gegen Almagro. Im Head-to-Head führt Nadal allerdings mit 13:7. Dem Einheimischen bietet sich die Chance, seinen 18. Masters- Titel zu gewinnen, womit er den zurückgetretenen Amerikaner Andre Agassi überflügeln würde und alleiniger Rekordhalter wäre. Für Federer wäre es der 17. Turniersieg in der zweithöchsten Kategorie nach den Grand Slams.

Nadal mit Startschwierigkeiten

Nadal bekundete gegen Almagro unter den Augen des portugiesischen Fussballstars Cristiano Ronaldo mehr Mühe als erwartet. Er verlor seine ersten drei Aufschlagspiele und geriet 1:4 in Rückstand. Diesen Fehlstart vermochte er nicht mehr zu korrigieren - mit seinem zweiten Service gewann er im ersten Durchgang bloss zwei von 13 Punkten.

Nachdem Nadal im zweiten Satz beim Stand von 1:1 zwei Breakbälle abgewehrt hatte, übernahm er das Zepter. Bei eigenem Service agierte er sehr überzeugend - in den Sätzen 2 und 3 gab er nur zehn Punkte ab. Und als Rückschläger gewann er vier von acht Games. Nach 135 Minuten verwertete er seinen zweiten Matchball. Bereits im letzten Duell gegen Almagro hatte Nadal den ersten Satz verloren, damals waren jedoch auch die Durchgänge 2 (7:6) und 3 (7:5) umstritten gewesen. Im direkten Vergleich steht es nun 6:0.

fal/si

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