«Das gibt eine Wahnsinns-Atmosphäre»

Für Roger Federer beginnt in Genf eine seiner wichtigsten Wochen mit dem Laver-Cup. Sein Rücken sollte mitspielen.

Tamedia-Sportredaktor René Stauffer (l.) im Interview mit Roger Federer. (Video: Bastien Gallay)
René Stauffer@staffsky

In einem schicken kleinen Dachzimmer im Teamhotel der Europäer in Genf empfängt Roger Federer am Montagmorgen ein Quartett von Schweizer Medienvertretern, um über den bevorstehenden Grossanlass in der Palexpo-Halle zu sprechen. Der ganze Anlass und der Turnierschauplatz, der neben dem Genfer Flughafen entstanden ist, bringen ihn zum Schwärmen. «Ich freue mich riesig, in Genf zu sein. Das wird eine Wahnsinns-Atmosphäre geben», sagt er im Interview.

Seinem Einsatz stünde nichts im Weg, auch wenn ihn die in New York aufgetauchten Rückenprobleme länger beschäftigt hatten als erwartet, sagt der Weltranglistendritte. Er gibt zu: «Ich bin überrascht, wie lange ich es noch gespürt habe. Auch jetzt spüre ich den Rücken noch ganz wenig, aber ich mache mir keine Sorgen. Wenn nötig, kann ich diese Woche auch jede Partie spielen.» Das würde bedeuten, dass er neben drei Einzeln zwischen Freitag und Sonntag gegen das Team «Rest der Welt» auch noch im Doppel antreten müsste. «Im Training spüre ich den Rücken nicht mehr, nur noch im Alltag ein wenig», präzisiert Federer.

Federer erwartet Volksfest

Der 38-Jährige schwärmt auch von seiner Mannschaft, die die bisherigen zwei Austragungen gegen das Team von John McEnroe in Prag und Chicago gewonnen hat. «Wir haben wieder ein Superteam, mit Rafa, Thiem, Zverev, Fognini, Tsitispas, Bautista Agut und Borg als Captain. Es wird eine Wahnsinnswoche.» Die über 17 000 Plätze sind zwar längst bis auf ganz wenige Ausnahmen ausverkauft, doch Federer hofft, dass auch Leute ohne Tickets in die Halle kommen. «Man kann ja am Donnerstag schon das Training verfolgen und das Ganze am Freitag, Samstag und Sonntag in der Fanzone miterleben.»

Speziell ist, dass dieses Jahr die Rivalität mit Rafael Nadal neu aufgeflammt ist und der Spanier nach dem US Open nur noch einen Grand-Slam-Titel weniger hat als Federer (19:20). Diese Woche sind die beiden nun aber Teamkollegen. Bringt das gewisse Spannungen? Federer verneint: «Die Leute wissen inzwischen ja, dass wir gut auskommen und uns gegenseitig füreinander freuen. Natürlich würdest du deinen Rekord am liebsten für immer und ewig behalten. Aber das Ziel ist ja auch, Rekorde zu egalisieren und zu brechen, wir mir das gelungen ist, als ich Pete Sampras überholte.» Das könne ihm keiner mehr nehmen. «Das Ziel war nicht, allen anderen davonzurennen mit weiteren Titeln.»

Nadal und er seien in einer ähnlichen Lage ihrer Karriere. «Auch Rafa hatte ein paar harte Jahre hinter sich, wie ich und auch Djokovic. Dass wir drei jetzt alle wieder fit sind, ist schön für das Tennis. Die Jungen kommen stark auf, und deshalb muss man die Grand-Slam-Siege nehmen, solange man kann.» In Genf rücken die Einzelkarrieren für einmal aber nun ganz in den Hintergrund, wird Tennis zur Mannschaftssportart.

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