Die erste Ernüchterung

Die Schweizer Männer enttäuschen im Super-G. Das wertet die Bronzemedaille von Lara Gut noch mehr auf.

Enttäuschung im Ziel: Beat Feuz musste mit Platz 12 vorliebnehmen.

Enttäuschung im Ziel: Beat Feuz musste mit Platz 12 vorliebnehmen. Bild: Reuters

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Die Worte von Hans Flatscher hallen an diesem Mittwoch noch etwas lauter nach. «Das bringt Ruhe», sagte der Cheftrainer der Schweizer Frauen. Oder: «Das nimmt Wind aus den Segeln.» Aus den Segeln der Kritiker, das meinte der Österreicher. Und mit «das» die Bronzemedaille von Lara Gut, herausgefahren beim ersten Rennen, dem Super-G am Vortag.

Auch wenn es für sie leicht enttäuschend war, für alle eigentlich, dass sie in ihrer Lieblingsdisziplin vor Heimpublikum nicht Gold gewann, so zeigt sich 24 Stunden später noch deutlicher, wie wichtig dieser Podestplatz war.

Denn die Männer, denen in ihrem Super-G ebenfalls sehr gute Chancen eingeräumt worden waren, kamen nicht einmal in die Nähe der Podestplätze. Beat Feuz war am meisten zugetraut worden. Weil ihm die Strecke liegt und er vor einem Jahr beim Weltcupfinal auf der Corviglia gleich beide Speedrennen für sich entschieden hatte.

Weil Feuz eben Feuz ist, ein Ausnahmefahrer, der so oft so viel richtig macht und trotz seines malträtierten linken Knies wenig von seinem Gespür eingebüsst hat, von seiner Lockerheit auf der Piste. Doch die fehlte dem Emmentaler diesmal. Der 29-Jährige verpasste gar die Top 10. Carlo Janka war als Achter noch der Beste seines Teams, auch der Bündner war einer der hoch gehandelten Favoriten.

Kanadisches Risiko wurde belohnt

Eine WM hat eben ihre eigenen Gesetze, immer wieder gibt es Überraschungen, gerade in den Speeddisziplinen, wo totales Risiko eher belohnt wird als in den technischen Rennen. So war das auch im Super-G von St. Moritz, wo Manuel Osborne-Paradis hinter seinem kanadischen Landsmann Erik Guay und dem Norweger Kjetil Jansrud mit der Nummer 26 noch aufs Podest fuhr. Vor zwei Jahren war der 33-Jährige im Weltcup zuletzt dort gestanden.

Lara Guts Medaille ist deshalb unter mehreren Gesichtspunkten hoch einzuschätzen. Zum einen startete sie angeschlagen, ohne Training in den Beinen, nachdem sie eine Woche zuvor in Cortina d’Ampezzo eine Torstange heftig touchiert hatte. Zum anderen wird von ihr an dieser Heim-WM so viel erwartet wie von niemand sonst – und sie hielt dem Druck stand. Und zum Dritten schaffte sie es eben trotz befreit fahrenden Gegnerinnen, die im Gegensatz zu ihr nichts zu verlieren hatten, aufs Podest.

Die Bronzemedaille brachte Ruhe ins Schweizer Team. Klar ist aber auch: Von den Männern wird in der Abfahrt vom Samstag eine deutliche Steigerung erwartet. Mit der Ruhe ist es sonst schnell wieder vorbei. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.02.2017, 13:37 Uhr

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