Schweiz besteht auch in einem Kampfspiel

Die Schweizer Handballer ringen am Yellow-Cup Tunesien nieder.

Unsanft gestoppt wird der Schweizer Dimitrij Küttel, der einige wichtige Tore erzielte.

Unsanft gestoppt wird der Schweizer Dimitrij Küttel, der einige wichtige Tore erzielte.

(Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

29:26 stand auf der Anzeigetafel, als in der letzten Minute Goalie Leonard Grazioli zum Penaltyduell gegen den Tunesier Boughanmi erschien. Der 19-Jährige wehrte ab, und die Schweizer Handballer gewannen mit 29:26 (16:13) auch ihren zweiten Match am Yellow-Cup in Winterthur.

Nach der Ukraine, am Vortag 32:22 bezwungen, war der WM-Zwölfte ein Gegner, der sehr viel mehr abverlangte. Es ging physisch enorm zur Sache, wer nicht robust genug war, lief Gefahr, an den Afrikanern abzuprallen. Aber die Schweizer, die vor einem Jahr gegen dieses Team noch verloren hatten, bestanden auch diesen Test. Sie griffen zu Beginn beider Halbzeiten grossartig an, die Verteidigung wehrte sich extrem gut. So gut, dass zehn Paraden der Torhüter zum Sieg reichten.

Andere sprangen für Schmid in die Lücke

Ein anderes gutes Zeichen war dies: Diese Mannschaft kann auch ohne ihren Denker und Lenker gewinnen. Andy Schmid wurde wegen seiner Muskelverhärtung im Oberschenkel geschont. Dennoch startete das Team in neuer Besetzung erfolgreich, die ersten acht Angriffe wurden verwertet. Nach 42 Minuten und einigen spektakulären Treffern führte die Schweiz mit acht Toren Vorsprung, aber in den folgenden Überzahlsituationen spielte sie ein bisschen zu risikoreich.

«Deshalb wurde der Match noch zu einem wunderbaren Kampfspiel» sagte Trainer Michael Suter. Er freute sich, dass in der mit 1950 Zuschauern ausverkauften Halle sein Team auch gegen sehr hart einsteigende Tunesier Antworten fand. «Das war ein Handballfest», sagte Suter. Heute folgt der Abschluss gegen Holland. Mit einem Punktgewinn reisen die Schweizer als Turniersieger an die EM-Endrunde in Göteborg.

Yellow-Cup in Winterthur

Schweiz - Tunesien 29:26 (16:13) Winterthur. – 1950 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Torfolge: 2:0, 3:2, 5:2, 6:4, 9:4 (13.),10:5, 10:7, 11:7, 11:9, 13:9, 13:11, 16:13; 16:14, 19:14, 19:15, 22:15, 22:16, 24:16 (42.), 25:17, 25:19, 26:19, 26:22, 29:24, 29:26. Schweiz:Portner/Bringolf (für 1 Penalty und 52. bis 60.)/Grazioli (60.); Meister (2), Rubin (3), Svajlen, Lier (7/2), Sidorowicz (2), von Deschwanden (2), Raemy (2), Röthlisberger, Küttel (4), Maros (3), Jud, Tominec, Gerbl (4), Milosevic, Novak. Tunesien: Missaoui/Sfar; Hedoui, Majdoub (1), Bannour, Alouini (1), Hosni, Haj (1), Boughanmi (4/2), Rzig (1), Soussi (2), Jaballah (5), Zaied (4), Bacha (1), Chouiref (3), Jaziri (2), Darmoul (1). Bemerkungen: Schweiz ohne Schmid (geschont), Tynowski, Vernier und Delhees (alle verletzt). Missaoui hält Penalty von Lier (47./26:20). Grazioli hält Penalty von Boughanmi (60./29:26).

Niederlande - Ukraine 30:27 (17:13)

Rangliste (je 2 Spiele): 1. Schweiz 4. 2. Niederlande 2 (59:57). 3. Tunesien 2 (56:58). 4. Ukraine 0.

Weiteres Programm. Sonntag, 13.30 Uhr: Ukraine - Tunesien. 16.00 Uhr: Schweiz - Niederlande.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt