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SCB will heute vor eigenem Publikum Meister werden

Der SC Bern steht nach dem ersten Auswärtssieg in der Playoff-Finalserie gegen Genève-Servette vor dem ersten Titelgewinn seit 2004.

Der Qualifikationssieger will heute Dienstag im Spiel 5 in der PostFinance-Arena zum zwölften Mal Schweizer Meister werden.

Für den SCB-Führungsspieler Martin Plüss (33) wäre es bereits der vierte Meistertitel seiner Karriere; der Center holte als NLA-Frischling zweimal mit Kloten (1995 und 1996) sowie zuletzt mit Frölunda in Schweden (2005) den Titel.

Vor einem Jahr hatte Martin Plüss in seiner ersten Saison im SCB-Trikot noch das Gefühl des Playoff-Versagens erfahren und nach dem Viertelfinal-Ausscheiden des Qualifikationssiegers gegen Zug auch die Fanblockade gegen den SCB-Teambus nach dem Out in Spiel 6 in Zug miterlebt. Damals hatte Plüss noch betont, dass "jeder Spieler für sich selbst die Lehren aus dem Ausscheiden" ziehen müsse.

Diese wurden anscheinend für diese Saison tatsächlich nachhaltig gezogen. Aus Zauderern wurden Winner-Typen. Der SC Bern rast nun fast ungebremst dem zwölften Meistertitel entgegen. 11:1 Siege aus bislang zwölf SCB-Playoff-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Dass die Berner im Vergleich zum Vorjahr in den Playoffs von Verletzungen verschont blieben und durch (nordamerikanisches) Mentaltraining ein stählernes Nervenkostüm hinzugewonnen haben, ist offensichtlich.

Das in jeder Beziehung abgebrühte Auftreten imponiert. Logisch, dass die SCB-Fans das 4:3-Siegestor durch Ivo Rüthemann in der 61. Minute am Samstag in Genf bereits "vormeisterlich" bejubelten und einen Banden-Teil im SCB-Fanblock der Les-Vernets-Halle auf die Eisfläche "vordrückten".

Martin Plüss bleibt dennoch selbstkritisch: "Wir spielten insgesamt nicht so gut wie wir uns dies vorgenommen hatten." Doch nun sei die Ausgangslage für den SCB für Spiel 5 klar: "Für uns ist es wichtig, aggressiv aufzutreten. Wir müssen zeigen, dass wir gewinnen wollen. Speed, Kraft und die grössere Breite in unserem Team sprechen für uns", meint Plüss weiter. "Wir müssen schauen, dass wir defensiv solid stehen, denn Genf ist mit seinen Konterstössen stets gefährlich. Man kann das Gefühl haben, dass man die Genfer im Griff hat und läuft dann doch in einen Konter. Wir dürfen ihnen in Bern einfach keinen Spielraum gewähren."

SCB-Trainer Larry Huras weiss, weshalb er die 3:1-Führung noch nicht überbewerten will. Er hat Erfahrung bei entsprechenden Aufholjagden im Playoff-Final. 2001 lag er als Trainer der ZSC Lions gegen Lugano mit 1:3 zurück und wurde dafür teilweise bereits medial verhöhnt. Doch die Zürcher realisierten noch die Wende mit einem Sieg-Hattrick mit dem Overtime-Titeltor von Morgan Samuelsson in Spiel 7 als Höhepunkt. Deshalb hält Huras den Puck nach den bislang fast makellosen SCB-Playoffs flach. Er predigt die altbekannte Weisheit für Best-of-7-Serien: "Der vierte Sieg ist immer der Schwerste.

Genève-Servette möchte die Serie unbedingt nach Genf zurückholen, um nicht auch den zweiten Playoff-Final seiner Klubgeschichte nach 2008 (damals gegen die ZSC Lions) zu verlieren. "Wir lagen bereits gegen Gottéron mit 1:3 in Rückstand, jetzt müssen wir halt den nächsten Turnaround schaffen", fordert NLA-Playoff-Topskorer Thomas Déruns, der am Samstag seine Playoff-Treffer Nummer 11 und 12 erzielte. Dabei riss er mit einem zirkusreifen "Buebetrickli" die 7202 Zuschauer in der ausverkauften Les-Vernets-Halle buchstäblich von den Sitzen.

Servette-Stürmer Daniel Rubin redet sich für Dienstag schon einmal stark: "Wir haben gar nichts mehr zu verlieren und brauchen keine Extra-Motivation mehr. Wir dürfen aber Bern nicht ins offene Messer laufen."

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