Zum Hauptinhalt springen

Russland und Tschechien im Endspiel

Die Eishockey-WM in Deutschland erlebt am Sonntag einen osteuropäischen Final.

Erstmals seit Einführung der K.o.-Phase vor 18 Jahren stehen sich die Erzrivalen Russland und Tschechien im WM-Endspiel gegenüber. Die Russen haben die Möglichkeit, ab 20.30 Uhr in Köln den dritten Titel in Serie einzufahren, für die Tschechen wäre es das erste WM-Gold seit 2005.

Die Finalteilnahme des Teams von Slawa Bykow war eine hart erkämpfte Angelegenheit. Gastgeber Deutschland wehrte sich gegen den klaren Favoriten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Bis zur Spielhälfte führte der mutige Schweizer Viertelfinal-Bezwinger dank einem Rebound-Tor von Marcel Goc in doppelter Überzahl nicht einmal unverdient 1:0, ehe NHL-Star Jewgeni Malkin ausglich (32.).

Den spielentscheidenden Fehler leistete sich Philip Gogulla. Der Viertlinien-Flügel, der mit seinem Tor am Donnerstag die Schweiz eliminiert hatte, spielte auf der gegnerischen blauen Linie einen verhängnisvollen Querpass. Den folgenden Konter schloss Pawel Dazjuk von den Detroit Red Wings 110 Sekunden vor Schluss zum 2:1 ab.

Im ersten Spiel vom Samstag hatte Tschechien den WM-Final auf spektakuläre Weise erreicht. Das Team von Vladimir Ruzicka glich gegen Schweden erst acht Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit durch Verteidiger Karel Rachunek (verdientermassen) zum 2:2 aus. Die Schweden brachten eine zweimalige Führung nicht ins Ziel und mussten sich dem Dauerdruck des Gegners kurz vor Schluss beugen.

Tschechien gewann nach torloser Verlängerung zum zweiten Mal innert weniger als 48 Stunden nach dem Sieg im Viertelfinal gegen Finnland das Penaltyschiessen. Die Legionäre Lukas Kaspar (Kärpät Oulu) und Jan Marek (Metallurg Magnitogorsk) behielten die Nerven und trafen zum Sieg. Tschechien, das zum elften und bislang letzten Mal vor fünf Jahren Weltmeister war, hat damit die erste Medaille seit WM-Silber 2006 auf sicher. Schweden kann im Spiel um Bronze zum siebten Mal in zehn Jahren Edelmetall gewinnen.

Kölnarena. - 18 734 Zuschauer (ausverkauft). - SR Baluska/Levönen (Slk/Fi), Arm/Kalivoda (Sz/Tsch). - Tore: 16. Marcel Goc (Schütz, Ehrhoff/Ausschlüsse Kulemin, Jemelin) 0:1. 32. Malkin (Gontschar, Kowaltschuk) 1:1. 59. Dazjuk 2:1. - Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Kulemin) plus Spieldauer (Kulemin) gegen Russland, 4mal 2 Minuten gegen Deutschland.

Russland: Koschetschkin; Kornejew, Grebeschkow; Gontschar, Kalinin; Nikulin, Jemelin; Atjuschow, Kulikow; Suschinski, Sergej Fedorow, Owetschkin; Malkin, Dazjuk, Kowaltschuk; Koslow, Tereschtschenko, Frolow; Afinogenow, Anissimow, Kulemin.

Deutschland: Zepp; Ehrhoff, Dietrich; Krueger, Sulzer; Holzer, Braun; Nicolai Goc, Butenschön; Schütz, Marcel Goc, Rankel; Wolf, Ullmann, Müller; Felski, Barta, Kreutzer; Tripp, Hospelt, Gogulla.

Bemerkungen: Deutschland ohne Hager (verletzt) und Assistenztrainer Ernst Höfner (gesperrt). Pfostenschuss Malkin (3.). Holzer verletzt ausgeschieden (12.). Timeout Deutschland (58:30), Deutschland danach ohne Torhüter.

Schweden - Tschechien 2:3 (1:1, 1:0, 0:1 0:0) n.P. - Kölnarena. - 13 437 Zuschauer. - SR Looker/Savage (USA/Ka), Dedjulia/Valach (WRuss/Slk). - Tore: 9. Harju (Karlsson, Omark/Ausschluss Klepis) 1:0. 18. Mojzis (Kaspar, Rolinek) 1:1. 32. Engqvist (Martensson, Ekman Larsson) 2:1. 60. (59:52) Rachunek (Voracek) 2:2 (ohne Torhüter). - Penaltyschiessen: Magnus Johansson - (gehalten), Kaspar 0:1; Omark 1:1, Marek 1:2; Martensson - (gehalten). - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Schweden, 6mal 2 Minuten gegen Tschechien.

Schweden: Gustavsson; Magnus Johansson, Jonathan Ericsson; Karlsson, Hedman; Bäckman, Ekman Larsson; Gunnarsson; Andersson, Persson, Backlund; Harju, Engqvist, Omark; Marcus Nilsson, Martensson, Pääjärvi Svensson; Pettersson, Wallin, Nylander.

Tschechien: Vokoun; Rozsival, Mojzis; Nemec, Caslava; Rachunek, Blatak; Jagr, Vampola, Klepis; Marek, Rolinek, Voracek; Kaspar, Cervenka, Novotny; Kvapil, Koukal, Hubacek.

Bemerkungen: Schweden ohne Weinhandl (verletzt). Timeout Tschechien (59:15). Tschechien von 58:14 bis 59:52 ohne Torhüter.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch