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Warbasse überrascht mit Etappensieg

Die Schweizer Hoffnung auf ein Topergebnis in der Gesamtbewertung heisst Mathias Frank. Der Amerikaner Larry Warbasse holt sich den Tagessieg.

Triumph des slowakische Strassen-Weltmeister: Peter Sagan feiert seinen Etappensieg an der Tour de Suisse. (14. Juni 2017)
Triumph des slowakische Strassen-Weltmeister: Peter Sagan feiert seinen Etappensieg an der Tour de Suisse. (14. Juni 2017)
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4. Etappe der Tour de Suisse: Der Tagessieg in Villars-sur-Ollon ging überraschend an den Amerikaner Larry Warbasse. (13. Juni 2017)
4. Etappe der Tour de Suisse: Der Tagessieg in Villars-sur-Ollon ging überraschend an den Amerikaner Larry Warbasse. (13. Juni 2017)
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Die Tour rast am Bundeshaus vorbei.
Die Tour rast am Bundeshaus vorbei.
Thomas Delley, Keystone
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Die erste Alpenetappe an der Tour de Suisse brachte die erwartete Konturen in das Gesamtklassement. Der Tagessieg in Villars-sur-Ollon ging überraschend an den Amerikaner Larry Warbasse. Der Italiener Damiano Caruso löste Michael Matthews als Leader ab.

Nach dem Aufgalopp der ersten drei Tage konnten sich die Anwärter auf den Gesamtsieg in der 4. Etappe nicht mehr verstecken. Das Teilstück mit dem 13 Kilometer langen Schlussanstieg als Dessert brachte nicht nur einen unerwarteten Sieger, sondern auch Erkenntnisse in Bezug auf das Gesamtklassement.

Als stärkster Fahrer präsentierte sich Caruso, der als Etappen-Zweiter hinter Solosieger Warbasse das Gelbe Trikot vom chancenlosen Sprintspezialisten Matthews übernahm. Der Italiener ist nach Rohan Dennis und Stefan Küng bereits der dritte Profi des Teams BMC in Gelb und nach der 4. Etappe bereits der vierte Gesamtführende der Schweizer Rundfahrt.

Caruso stärkt Vertrauen

Caruso rechtfertigte bei erster Gelegenheit das Vertrauen seiner Mannschaft, die ihn eher überraschend als Leader für die Tour de Suisse portiert hatte. Caruso kontrollierte die Gruppe der Spitzenfahrer, die am Schluss auf sechs Fahrer geschrumpft war und der mit Mathias Frank auch ein Schweizer angehörte.

Als Frank 2,5 Kilometer vor dem Ziel einen Angriff wagte, war es Caruso, der ihn wenige hundert Meter vor dem Ziel wieder stellte. In der Gesamtwertung führt der 29-jährige Sizilianer 15 Sekunden vor dem Etappen-Dritten Steven Kruijswijk aus den Niederlanden und 24 Sekunden vor seinem Landsmann Domenico Pozzovivo. Auf Platz 4 folgt der Slowene Simon Spilak, der Gesamtsieger von 2015.

Franks positiver Test

Aus Schweizer Sicht dürften die Hoffnungen auf ein Topergebnis in der Gesamtwertung ausschliesslich auf Mathias Frank liegen. Der Luzerner zeigte sich im Finale überraschend angriffig und erreichte das Ziel im Waadtländer Skiort als Etappen-Sechster mit der Spitzengruppe. Auch in der Gesamtwertung belegt Frank den 6. Rang, 33 Sekunden hinter Caruso.

Für seinen Angriff kurz vor dem Ziel büsste Frank mit einem Zeitverlust von sieben Sekunden auf die anderen Spitzenfahrer. Der Captain des Teams AG2R zeigte sich dennoch zufrieden, insbesondere weil er im Vorfeld der Tour de Suisse erkrankt war und deshalb nicht genau gewusst hatte, wie seine Form ist. «Es ist ein gutes Zeichen, dass ich vorne mitfahren konnte, obwohl meine Beine noch nicht die besten sind», resümierte ein zufriedener Frank nach der Etappe.

Reichenbach out, Dumoulin weit zurück

Den anderen Schweizern, die auf das Gesamtklassement fahren, lief es dagegen nicht nach Wunsch. Sébastien Reichenbach trat wegen einer Magen-Darm-Grippe gar nicht mehr zur 4. Etappe an. Steve Morabito, sein Nachfolger als Leader des Teams FDJ, brach im Schlussanstieg ein, weil seine eigenen Teamkollegen ein zu hohes Tempo anschlugen. Morabito büsste auf Warbasse 2:45 Minuten ein.

Auch zwei Sieganwärter mussten ihre Ambitionen begraben. Der Niederländer Tom Dumoulin, der mit nur einer Sekunde Rückstand auf das Leadertrikot in die Etappe gestartet war, befindet sich offensichtlich nicht mehr in Topform. Der Sieger des Giro d'Italia verlor 7:12 Minuten und liegt damit ebenso in Rücklage wie der Vorjahres-Zweite Ion Izagirre aus Spanien.

Ein «Heimrennen» für Warbasse

Früher als Caruso erreichte einzig Larry Warbasse das Ziel. Der Amerikaner hatte sich schon nach 14 Kilometern zusammen mit drei weiteren Fahrern vom Feld abgesetzt. Während seine Fluchtkollegen in der letzten Steigung einbrachen, rettete Warbasse 40 Sekunden auf Caruso ins Ziel. Für den 26-Jährigen vom zweitklassigen Team Aqua Blue war es der erste Sieg als Profi überhaupt.

Bei den Siegerinterviews kämpfte Warbasse nach seinem grössten Triumph immer wieder mit den Tränen. An der Tour de Suisse 2014 hatte er in Sarnen als Dritter zum bisher einzigen Mal in seiner Karriere auf einem Podest gestanden. «Das war mein erster grosser Ritt durch die Schweiz», sagte er. Auch damals hatte ihm eine lange Flucht zu einem Topergebnis verholfen.

In der Schweiz gefällt es Warbasse offensichtlich, fuhr er doch in den letzten beiden Jahren für das Team IAM. Nach dessen Auflösung fand er eine Stufe tiefer Unterschlupf. «Ich kann nur danke sagen, dass mich Aqua Blue aufgenommen hat», sagte Warbasse. Heute sei es für ihn auf den 135 Kilometern der Flucht wie ein Heimrennen gewesen. «So viele Leute haben meinen Namen gerufen.»

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