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Stürze und slowenischer Coup in den Alpen

Primoz Roglic gewinnt überraschend die erste Alpenetappe der Tour. Sie ist auch geprägt von einem Massensturz mit einem prominenten Opfer.

Aussergewöhnlicher Athlet: Chris Froome entscheidet zum vierten Mal die Frankreich-Rundfahrt für sich. (23. Juli 2017)
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Christophe Ena (AP), Keystone
Die Ehrendamen bitten in Paris zur Siegerehrung: Der Gesamterste des Sky-Teams lässt sich das sichtlich gefallen.
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Phililppe Lopez, AFP
Frau im Pommes-frites-Kleid: Die Tour de France ist auch für ihre grosse und lange Werbekarawane berühmt. Mit dabei ist auch ein Hersteller von Pommes frites.
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AFP
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Chris Froome behält auch nach der 17. Etappe der 104. Tour de France das gelbe Leadertrikot. Der britische Vorjahressieger hielt den Angriffen seiner Rivalen auf der ersten Alpen-Etappe, die über den Col de la Croix de Fer und den legendären Col du Galibier führte, stand. Die Zeitabstände an der Spitze der Gesamtwertung sind jedoch weiterhin gering.

Der Sky-Captain führt nun mit 27 Sekunden vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran und dem zeitgleichen Franzosen Romain Bardet. Vierter ist neu der Italiener Fabio Aru (0:53 zurück), der am Galibier bei einer Tempoverschärfung von Bardet nicht mehr mithalten konnte und in der Gesamtwertung zwei Ränge einbüsste.

Ein ehemaliger Skispringer glücklicher Sieger

Den Tagessieg nach 183 km in Serre-Chevalier sicherte sich der Slowene Primoz Roglic. Der ehemalige Skispringer, der im April das Zeitfahren an der Tour de Romandie gewonnen hatte, gehörte einer ursprünglich knapp 30-köpfigen Fluchtgruppe an. Am letzten Anstieg zum Galibier – mit 2642 Metern über Meer das Dach der diesjährigen Tour – schüttelte er seine letzten Mitstreiter ab und feierte 1:13 Minute vor der Gruppe mit den Gesamtklassements-Favoriten einen Solosieg.

Zu den aktivsten Fahrer des Tages zählte auch der Schweizer Mathias Frank. Der 30-jährige Luzerner vom Team AG2R gehörte ebenfalls der Ausreissergruppe an, die sich eine halbe Stunde nach Rennbeginn abgesetzt hatte. Frank hielt im letzten Anstieg zum Galibier lange mit der Spitze mit und wurde letztendlich Elfter. Damit verbesserte er sich in der Gesamtwertung auf um 16 Positionen auf Platz 19.

Nun folgt die letzte Chance

Die 18. Etappe vom Donnerstag ist für Froomes Rivalen die wohl letzte Chance, den dreifachen Tour-Sieger zu gefährden. Das 179,5 km lange Teilstück führt von Briançon über den Col de Vars (1. Kategorie) und zum Schluss hinauf zum Col d'Izoard.

Die letzten 10 km des Hors-Catégorie-Aufstiegs haben im Schnitt über neun Steigungsprozenten. Uran, Bardet und Aru müssen in der letzten Bergetappe angreifen, denn im Zeitfahren in Marseille am Samstag dürfte Froome die besten Karten haben.

Kittel stieg vom Rad

Der deutsche Spinterstar Marcel Kittel gab während dieser Etappe auf. Der Träger des grünen Trikots des besten Sprinters war auf dem Teilstück von La Mure nach Serre-Chevalier in den ersten Kilometern in einen Massensturz verwickelt. Dabei zog er sich offenbar eine Schulterverletzung zu. Nach knapp der Hälfte der 183 km langen Etappe stieg der 29-Jährige vom belgischen Team Quick-Step vom Rad. Kittel feierte an der diesjährigen Tour fünf Etappensiege.

Von Kittels Aufgabe profitiert der Australier Michael Matthews. Der zweifache Etappensieger vom Team Sunweb führt die Punktewertung nun mit über 150 Punkten Vorsprung vor Kittels Landsmann André Greipel an. In den letzten fünf Jahren hatte der slowakische Strassen-Weltmeister Peter Sagan das grüne Trikot gewonnen. In diesem Jahr wurde Sagan nach einem grenzwertigen Fahrverhalten im Sprintfinale der 4. Etappe von der Tour ausgeschlossen.

104. Tour de France. 17. Etappe, La Mure - Serre-Chevalier (183 km): 1. Primoz Roglic (SLO) 5:07:41. 2. Rigoberto Uran (COL) 1:13 zurück. 3. Chris Froome (GBR). 4. Romain Bardet (FRA). 5. Warren Barguil (FRA), alle gleiche Zeit. 6. Mikel Landa (ESP) 1:16. 7. Daniel Martin (IRL) 1:43. 8. Alberto Contador (ESP) 1:44. 9. Louis Meintjes (RSA). 10. Fabio Aru (ITA). 11. Mathias Frank (SUI).

Ferner: 14. Simon Yates (GBR) 3:14. 16. Damiano Caruso (ITA) 5:07. 23. Nairo Quintana (COL) 7:47. 57. Danilo Wyss (SUI) 28:46. 81. Michael Schär (SUI) 33:41. 108. Stefan Küng (SUI). 110. Reto Hollenstein (SUI). 129. Michael Albasini (SUI), alle gleiche Zeit. - 172 Fahrer gestartet, 169 klassiert. - Aufgegeben u.a.: Marcel Kittel (GER), Thibaut Pinot (FRA).

Gesamtklassement: 1. Froome 73:27:26. 2. Uran 0:27. 3. Bardet 0:27. 4. Aru 0:53. 5. Landa 1:24. 6. Martin 2:37. 7. Simon Yates 4:07. 8. Meintjes 6:35. 9. Contador 7:45. 10. Barguil 8:52. 11. Caruso 10:03. 12. Quintana 12:54. Ferner: 29. Frank 1:11:53. 30. Roglic 1:13:00. 72. Küng 2:22:43. 75. Schär 2:25:35. 85. Wyss 2:33:41. 102. Albasini 2:48:30. 153. Hollenstein 3:33:06.

SDA/fal

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