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Norwegen und Slowenien statt einer Hammernation

Die Schweiz ist bei der Auslosung zur WM-Quali 2014 vom Glück begünstigt worden. Die SFV-Auswahl trifft in Gruppe E auf Norwegen, Slowenien, Albanien und Zypern.

Brasiliens WM-Topskorer Ronaldo zog aus den ersten beiden Töpfen wohl die bestmöglichen Lose. Schwergewichte wie Deutschland, Spanien, England, Frankreich oder Russland blieben der Schweiz erspart - das ist aussergewöhnlich. Die Möglichkeit, sich als Gruppen-Erster direkt für die WM im Land des fünffachen Weltmeisters zu qualifizieren ist zumindest nicht gleich - andernfalls bliebe eine gute Chance auf einen der acht Barrage-Plätze.

"Es hätte viel schlimmer kommen können." Die Reaktion von Ottmar Hitzfeld ist durchaus nachvollziehbar. Der Nationalcoach verfolgte die Ziehung der Gegner in einem Basler Café. Sein erster Befund ist ebenso klar: "Mit Norwegen und Slowenien sind wir sicher auf Augenhöhe." Aber ganz frei von möglichen Stolpersteinen sei die Gruppe gleichwohl nicht.

Spannend ist der Fakt, dass derzeit in der EM-Ausscheidung gleich drei der fünf Schweizer WM-Qualifikations-Kontrahenten in der gleichen Gruppe engagiert sind. Norwegen ist nach fünf Spieltagen punktgleich mit Leader Portugal und Dänemark drittklassiert. Zypern und das sieglose Island sind frühzeitig chancenlos.

Ein Leichtgewicht aus Topf 2

Norwegen, derzeit die Nummer 12 im FIFA-Ranking, zählt zweifellos nicht zur Prominenz im internationalen Fussball-Business. Als bestes Resultat ihrer Verbandsgeschichte haben die Norsker einen WM-Achtelfinal-Vorstoss (1998 in Frankreich) vorzuweisen. Klingende Namen sind im aktuellen Kader keine zu finden - allenfalls der frühere Liverpool-Verteidiger John Arne Riise.

Und auch aus dem zweiten Pott ergriff der schwergewichtige Ronaldo ein "Leichtgewicht": Slowenien. Die Equipe aus dem Ministaat (rund zwei Millionen Einwohner) an der Adria hat sich seit der Abspaltung von der früheren Republik Jugoslawien zwar bereits zweimal für eine WM-Endrunde qualifiziert und ist aktuell auf EM-Barragen-Kurs, aber in Reichweite der Schweiz ist sie selbstredend jederzeit.

Albanien, Zypern und Island gehören im internationalen Vergleich der untersten Kategorie an - keiner des Trios ist je an einer WM aufgetreten. In der Regel spielen diese Nationen bereits in der Qualifikations-Phase nur eine marginale Rolle.

Zu unterschätzen ist aber speziell die Aufgabe gegen Albanien nicht. Das letzte Duell (EM-Qualifikation) liegt acht Jahre zurück. Sowohl beim 3:2 zu Hause als auch beim 1:1 bekundeten die Schweizer Mühe - nicht zuletzt der hektischen Atmosphäre wegen. Mit einer aufgeputschten Stimmung ist in den nächsten Partien zu 100 Prozent zu rechnen: Gleich fünf Schweizer Nationalspieler stammen aus dieser Balkanregion. Das wird die Aufgabe für die Betreffenden vor allem im Auswärtsspiel in Tirana kaum vereinfachen.

Die Freude des Captains

Gökhan Inler erfuhr in der Nähe von Udine vom Glück der Schweizer. "Uns hätte es in der Tat härter treffen können. Auch wenn ich niemanden unterschätzen möchte, ist es eine sehr günstige Gruppe. Es ist für uns sehr interessant, dass keine ganz grosse Mannschaft drin ist", meldete der zufriedene Captain aus Italien. Keiner sei chancenlos. "Und genau das ist unsere grosse Chance.".

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