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Zuerst verteufelt, ist der Halo nun fast heilig

Nach den ersten Formel-1-Tests in Barcelona ziehen die Piloten ein erstes Halo-Fazit.

So sehen Formel-1-Stars die Strecke mit Halo. (Video: Tamedia/Mercedes)

Was haben sie geflucht, die Fahrer, Experten, Fans. Der Halo sei nicht etwa ein Heiligenschein, was der Name auf Deutsch übersetzt bedeutet, sondern des Teufels, gehöre nicht in die Formel 1. Nun haben alle Teams die ersten Testfahrten mit dem Schutzbügel in Barcelona absolviert. Und? «Es mag blöd klingen, aber ich bemerke es gar nicht», sagte Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, der in Spanien am ersten Trainingstag die schnellsten Runden an den Tag legte. Und der Australier schob nach: «Ich bin heute hinter ein paar Autos hergefahren, und es schien in Ordnung zu sein.»

Selbst Fernando Alonso, einer der extremsten Kritiker des Halos, rudert auf www.motorsport-total.com zurück: «Auf Bildern sieht man, dass Halo in der Mitte des Blickfeldes liegt, aber beim Fahren ist man auf die längere Distanz fokussiert und nicht auf die Mitte des Chassis.»

Der Einstieg ist erschwert

Zwar gibt es immer noch negative Voten – Formel-1-Legende Niki Lauda sagte, der Halo sei «fürchterlich, das ist der grösste Rückschritt» –, aber die Piloten nehmen es sportlich. Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas (schauen Sie sich die Fahrt aus seiner Cockpit-Perspektive oben im Video an) definiert die neue Fahrerfahrung so: «Es ist schon okay. Kein Halo oder doch Halo, du spürst definitiv einen Unterschied, aber wenn du die ganze Zeit damit herumfährst und es ist so beschlossen, dann ist es eben, wie es ist.»

Laut Alonso sei der Schutzbügel auch in den Kurven kein Hindernis, man schaue ja rechts und links am Mittelstück vorbei. Romain Grosjean vom Team Haas fügte einzig bei den Schikanen Bedenken an, wenn man schnell von links nach rechts schauen müsse. Und beim Einsteigen ins Cockpit ist der Heiligenschein hinderlich. «Es ist definitiv schwieriger geworden, aber wenn man einmal drin ist, interessiert es einen nicht mehr», sagt Williams-Fahrer Sergei Sirotkin.

Die Ästhetik leidet

Einziger übrig gebliebener Kritikpunkt: die Ästhetik. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte in Silverstone dazu gesagt: «Gebt mir eine Kettensäge, und ich schneide das Ding glatt ab.» Renault-Pilot Nico Hülkenberg schaut bereits nach vorne: «Wenn es nach meinem persönlichen Wunsch ginge, würde ich den lieber runternehmen, denn ich finde, dass der Halo trotz Lackierung grässlich aussieht, da kann man nicht viel machen. Aber ich denke, in diesem Bereich wird noch viel entwickelt, da wird sich sicher in den nächsten Jahren noch viel tun.»

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