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Zahlte Ecclestones Büro die Schmiergelder?

Der Chef der Formel 1 war laut einem Medienbericht persönlich an der mutmasslichen Bestechung des früheren Bankchefs Gerhard Gribkowsky beteiligt. Ein persönlicher Brief an Ecclestone wirft Fragen auf.

Erhielt laut Medieninformationen eine an ihn persönlich adressierte Zahlungserinnerung: Bernie Ecclestone (links), hier bei einem Training in Abu Dhabi.
Erhielt laut Medieninformationen eine an ihn persönlich adressierte Zahlungserinnerung: Bernie Ecclestone (links), hier bei einem Training in Abu Dhabi.

Der Chef der Formel 1, Bernie Ecclestone, ist offenbar persönlich in den Skandal um verdächtige Millionenzahlungen an den langjährigen Vorstand der bayerischen Landesbank BayernLB Gerhard Gribkowsky verwickelt. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung».

Die Firma GREP GmbH, über die Gribkowsky den grössten Teil des mutmasslichen Schmiergeldes abgewickelt hat, habe am 14. Dezember 2007 eine Mahnung verschickt – sie sei «streng persönlich und vertraulich» an Ecclestone gerichtet gewesen.

Gribowsky war von 2002 bis 2008 im Vorstand der Bank, die nach dem Konkurs des Medienhändlers Leo Kirch dessen Anteile an der Formel 1 verwaltete. Ihm wird vorgeworfen, sich 2006 und 2007 von Formel-1-Grössen bestechen haben zu lassen. Gribowsky sitzt in Untersuchungshaft.

Ecclestones Büro sollte «Verpflichtungen erfüllen»

Die GREP GmbH beschwerte sich in dem Brief bei dem Formel-1-Chef, dass ein Teil der vereinbarten Honorare nicht fristgerecht überwiesen worden sei und noch 2,3 Millionen Dollar fehlten. Der Adressat solle seine «Verpflichtungen erfüllen» und umgehend zahlen, heisst es in dem Schreiben, das an Ecclestones Büro in der Londoner Zentrale der Rennserie ging.

Die GREP beklagte sich ausserdem, dass die seit Mitte 2006 bereits überwiesenen Honorare wegen des gesunkenen Dollarkurses inzwischen stark an Wert verloren hätten, und drang auf einen Ausgleich.

Honorar soll vollständig geflossen sein

In der Formel 1 hatte Gribkowsky zeitweise eine Schlüsselstellung inne. Den Mahnbrief von Ende 2007 hat einer seiner Anwälte verfasst. Der Anwalt soll hinterher im Kreise von Vertrauten erzählt haben, Ecclestone habe ihn wegen des Schreibens angerufen. Der Formel-1- Chef sei entrüstet gewesen. Am Ende soll das in zwei Beraterverträgen vereinbarte Honorar aber vollständig geflossen sein. Ecclestone dementiert bisland, in die Schmiergeldaffäre verwickelt zu sein.

(SDA)

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