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Starb Simoncelli wegen eines zu grossen Helmes?

Während des Todessturzes von Marco Simoncelli wurde der Helm von seinem Kopf gerissen, was unüblich und gänzlich ungewöhnlich ist. Das wirft Fragen auf.

Trug Marco Simoncelli bei seinem Todessturz einen zu grossen Helm und musste er deshalb sterben?
Trug Marco Simoncelli bei seinem Todessturz einen zu grossen Helm und musste er deshalb sterben?
Keystone
Experten rätseln und stellen Vermutungen auf.
Experten rätseln und stellen Vermutungen auf.
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Der Sarg im Auto ist mit Blumen geschmückt.
Der Sarg im Auto ist mit Blumen geschmückt.
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Die Untersuchungen halten an. Fakt ist: Simoncellis Helm wurde von der Firma AGV individuell hergestellt. Der Italiener soll wegen seines grossen und dicken Haares ein grösseres Modell getragen haben. Stefan Piwek, Geschäftsführer von Shark-Helme Deutschland, sagt gegenüber «Bild»: «Es war ein extremer Unfall, bei dem extreme Kräfte wirkten. Absoluten Schutz bietet auch ein Helm nicht.»

Der ehemalige deutsche Motorrad-Weltmeister Ralf Waldmann wagt in einem Interview mit «Welt online» einen Versuch, Simoncellis Tod zu erklären: «Ich habe einen etwas verzweifelten Versuch für eine Erklärung, mehr eine Spekulation. Marco war berühmt für seine unglaubliche Lockenpracht. Er liebte seine 70er-Jahre-Frisur. Dabei musste er mit Sicherheit eine Helmgrösse verwenden, die eine oder vielleicht sogar zwei Nummern über der lag, die er mit einem Kurzhaarschnitt hätte verwenden können. Wir Motorradrennfahrer achten darauf, dass der Helm ganz fest sitzt. Das hat Marco sicher auch getan, aber vielleicht haben die Haare das ja minimal verhindert. Noch mal, es ist eine Spekulation. Aber seine Frisur unterschied ihn eben von den anderen Fahrern.»

«Die Reifenfläche ist nur so gross wie eine Kreditkarte»

Waldmann schliesst es hingegen kategorisch aus, dass Simoncelli den Helmgurt nicht ganz korrekt geschlossen habe. «Das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Das passiert nicht. Das Aufsetzen des Helmes ist eine der Sachen, die Fahrer akribisch machen. Aber ich war nicht dabei, habe den Gurt nicht überprüft. Also ist es zumindest theoretisch möglich. »

Waldmann glaubt auch nicht, dass Simoncelli mit einer Kurzhaarfrisur eine grössere Überlebenschance gehabt hätte. «Bei dem Unfall, den er hatte, glaube ich das nicht. Aber es geht ja um den verlorenen Helm. Irgendwann reisst so ein Helmband, sonst könnte es ja passieren, dass ein Fahrer geköpft wird. Die Jungs waren bestimmt 160 bis 170 Stundenkilometer schnell. Ein klitzekleiner Fehler ist da verheerend. Du fährst ja auf einer Reifenfläche, die nur so gross ist wie eine Kreditkarte. Ich denke, Marco hatte keine Chance.»

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