Sebastian Vettels ergreifende Laudatio auf Michael Schumacher

Michael Schumacher wurde in Berlin mit dem Millennium-Bambi geehrt. Der beim Skifahren schwer verunfallte Rekordweltmeister konnte die Auszeichnung allerdings nicht selbst entgegennehmen.

Weltmeister Sebastian Vettel hielt eine ergreifende Laudatio.

Weltmeister Sebastian Vettel hielt eine ergreifende Laudatio.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Der Deutsche Michael Schumacher, der am 29. Dezember in den französischen Alpen bei einem schweren Skiunfall ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat und danach fast fünf Monate lang im Koma lag, kämpft zurzeit in seiner Villa im waadtländischen Gland um eine Rückkehr in ein normales Leben. In Berlin erhielt der 7-fache Weltmeister nun den Millennium-Bambi. Die ergreifende Ladatio hielt sein Landsmann, der amtierende Weltmeister Sebastian Vettel. Die Laudatio im Wortlaut:

«Lieber Michael, genau heute vor 20 Jahren hast du deine erste Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen. Mit diesem Sieg hast du nicht nur eine Riesenkarriere gestartet, sondern vielmehr die Formel 1 in Deutschland wirklich bekannt gemacht. Zudem hast du in ganz Deutschland einen Riesenboom ausgelöst.

«Als Kind schaute ich zu dir hinauf»

Kinder strömten auf die Kartbahn, um dir, Michael Schumacher, nachzueifern. Um eines Tages auch Formel-1-Weltmeister oder Rennfahrer zu werden. Ich war eines dieser Kinder und kann mich noch gut an die Tage an der Kerpener Kartbahn erinnern. Du hast dir Zeit genommen, unzählige Autogramme zu schreiben und jedem von uns persönlich seinen Pokal zu überreichen. Als Kind schaute ich zu dir hinauf – wortwörtlich.

«Später lernte ich dich als Mensch und vor allem Freund kennen»

Denn mein Zimmer hing voll mit Plakaten von dir. Im Nachhinein ist es mir ein bisschen peinlich, dir eingestehen zu müssen, dass du dir durch meine Pubertät hinweg meine Zimmerwände teilen musstest mit Nachbarn wie Britney Spears im Minirock. Später aber lernte ich dich als Mensch und vor allem als Freund kennen.

«Du hast als Mensch Grosses erreicht»

Diese Freundschaft ist es, die mich heute Abend so glücklich und stolz macht, aber gleichzeitig auch ein bisschen traurig sein lässt. So sehr hätte ich mir gewünscht, dir diesen Ehrenpreis heute Abend persönlich zu überreichen. Lieber Michael, du hast als Sportler, aber besonders als Mensch Grosses erreicht. Dafür möchten wir dir alle gratulieren. Herzlichen Glückwunsch.»

Managerin Sabine Kehm nahm den Preis für Schumacher entgegen. Auch sie fand berührende Worte: «Michael hat all die Jahre die Menschen auf der ganzen Welt berührt durch die Art, wie er gefahren ist und wie er gejubelt hat. Er hat immer gekämpft, ist unbeirrbar jedem Ziel nachgegangen. Und natürlich hoffen wir, dass ihm jetzt auch diese Beharrlichkeit und dieser Kampfgeist auch helfen.»

DerBund.ch/Newsnet

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