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Sauber verspricht Medizin gegen die Krise

Der Schweizer Sauber-Rennstall zieht nach dem Grand Prix von Bahrain eine vernichtende Bilanz. Teamchefin Monisha Kaltenborn verspricht den Fahrern Besserung und deutet an, wo die Probleme liegen könnten.

Aussichtsloser Kampf: Hülkenberg verpasste die Punkte um 25 Sekunden.
Aussichtsloser Kampf: Hülkenberg verpasste die Punkte um 25 Sekunden.
Keystone
Es gibt viel zu tun: An den Sauber-Boliden sollen bis Barcelona zahlreiche Neuerungen angebracht werden.
Es gibt viel zu tun: An den Sauber-Boliden sollen bis Barcelona zahlreiche Neuerungen angebracht werden.
Keystone
Revolutionäres Design: Der Sauber C32 hat auffallend schmale Seitenkästen, diese sollen aber nicht das Problem sein.
Revolutionäres Design: Der Sauber C32 hat auffallend schmale Seitenkästen, diese sollen aber nicht das Problem sein.
Keystone
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Nico Hülkenbergs Führungsrunden in China vor acht Tagen können nicht darüber hinwegtäuschen: Der Sauber C32 ist mehr graue Maus als gefährlicher Wolf – zu langsam, um die Grossen zu ärgern, zu langsam auch, um wenigstens verlässlich in die Punkte zu fahren. In Bahrain fehlten dem untadeligen Nico Hülkenberg 25 Sekunden auf Rang 10. Die Enttäuschung des zwölftklassierten Deutschen wog verständlicherweise schwer. «Dieses Wochenende war enttäuschend und frustrierend. Es war von Anfang an klar, dass wir zu langsam sind, und dass es schwierig werden würde. Der Speed ist nicht da, wir überfordern die Hinterreifen, und es hat dieses Wochenende einfach nicht gepasst», so Hülkenbergs Votum. «Es hat sich dieses Wochenende ganz klar abgezeichnet, dass wir für Barcelona neue Teile brauchen und mehr Speed finden müssen, um weiter um Punkte zu kämpfen.»

Monisha Kaltenborn, die Nachfolgerin von Peter Sauber an der Spitze des Hinwiler Teams, nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund. «Mit diesem Rennen können wir nicht zufrieden sein. Wir wussten, dass diese Strecke unserem Auto nicht liegen würde, aber das darf keine Ausrede sein», gab sie zu Protokoll. «Wichtig ist, dass wir in den zwei vergangenen Rennen viele Informationen gesammelt haben, die nun für die Weiterentwicklung sehr wichtig sein werden. Nico ist ein gutes Rennen gefahren, es ist nun unsere Pflicht, ihm ein schnelleres Auto zu geben.»

Neue Teile und neue Hoffnung für Barcelona

Ähnlich klingt es bei Tom McCullough, dem leitenden Ingenieur an der Rennstrecke: «Wir waren heute ganz einfach zu langsam. Wir müssen nun sehr sorgfältig die Daten auswerten und die richtigen Schlüsse für Barcelona ziehen.» Teamchefin Kaltenborn deutete an, dass die Schwierigkeiten etwas mit dem Heck des Sauber-Boliden zu tun haben könnten, an den auffällig schmalen Seitenkästen liege es nicht. Das Auto sei insgesamt nicht so schlecht wie die Resultate, man dürfe die Situation jetzt nicht dramatisieren.

Ob die Beschwichtigungen nach dem Klartext zum Rennen nur Krisenrhetorik sind oder eine realistische Einschätzung der allgemeinen Lage, wird sich beim Europa-Auftakt der Formel 1 am 12. Mai in Montmélo bei Barcelona zeigen. Die Strecke dort dürfte den Sauber-Boliden deutlich besser liegen, welche Neuerungen zum Einsatz kommen werden, ist noch offen. Sauber testete in China und Bahrain am Freitag eine Reihe von Komponenten, hat nun aber eine weitere intensive Entwicklungsphase eingeplant.

In der Teamwertung liegt Sauber nach vier Rennen nur an achter Stelle. Force India, in der vergangenen Saison noch hinter den Hinwilern klassiert und für gewöhnlich eine realistische Referenz, hat als WM-Fünfter schon 21 Zähler mehr auf dem Konto. 27 Punkte sind es für die Inder, nur sechs für Sauber. Während Sauber in Bahrain leer ausging, trumpfte Force India mit dem vierten Rang von Paul Di Resta auf, Adrian Sutil hätte ohne die Kollision in der ersten Runde weit mehr als Platz 13 erreichen können, seine Rundenzeiten waren zum Teil hervorragend.

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