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Sauber: «Es fehlt der Killerinstinkt»

Mit Sébastian Buemi klopft wieder einmal ein Schweizer an die Tür der Formel 1. Peter Sauber weiss, weshalb Schweizer Rennfahrer wie Buemi nur die Ausnahme der Regel sind.

«Es fehlt der Killerinstinkt»: Peter Sauber diagnostiziert bei den Schweizern fehlende Willenskraft, um es ins Cockpit eines Formel-1-Renners zu schaffen. Schweizer Erfolge in der Königsklasse des Motorsports sind lange her, aber Hoffnung naht.
«Es fehlt der Killerinstinkt»: Peter Sauber diagnostiziert bei den Schweizern fehlende Willenskraft, um es ins Cockpit eines Formel-1-Renners zu schaffen. Schweizer Erfolge in der Königsklasse des Motorsports sind lange her, aber Hoffnung naht.
Keystone
Fährt er 2009 als 22. Schweizer Pilot in der Formel 1? Der 19 Jahre junge Sébastien Buemi ist die Schweizer Nachwuchs-Hoffnung.
Fährt er 2009 als 22. Schweizer Pilot in der Formel 1? Der 19 Jahre junge Sébastien Buemi ist die Schweizer Nachwuchs-Hoffnung.
Keystone
Kam in seiner Formel-1-Karriere zweimal im Ziel an: Der ehemalige Schweizer Formel 1-Fahrer Gregor Foitek im März 1989.
Kam in seiner Formel-1-Karriere zweimal im Ziel an: Der ehemalige Schweizer Formel 1-Fahrer Gregor Foitek im März 1989.
Keystone
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Der fehlende Killerinstinkt ist Peter Sauber gemäss allerdings nur einer von mehreren Gründen, weshalb seit Siffert, Regazzoni und Surer kein Schweizer Rennfahrer mehr in der Formel 1 für Furore sorgen konnte. «Es braucht einen angefressenen Vater und es kostet sehr viel Geld. Natürlich muss auch der Wille vorhanden sein», und an diesem scheitert es bei vielen Schweizern.

«Ein Ausdruck des Wohlstands», wie es Peter Sauber nennt. Einzig Marcel Fässler klopfte um die Jahrtausendwende an die Tür zur Königklasse des Motorsports, kam allerdings nur auf ein paar Einsätze im Safety-Car und landete später in der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft.

Buemi der nächste Kandidat

Nun macht sich ein weiterer Schweizer daran, ein Cockpit in der Formel 1 zu erobern. Sébastien Buemi, der 19-jährige Romand, hat bereits Testfahrten im Toro Rosso absolviert und kämpft mit Takuma Sato aus Japan um den begehrten Platz im «Farmteam» von Red Bull.

Das Cockpit wird frei, weil der neue Shootingstar der Szene, Sebastian Vettel, zu Red Bull wechselt. Der Deutsche hatte vergangene Woche ein Ausrufezeichen gesetzt, als er trotz unterlegenem Wagen als jüngster Fahrer der Geschichte einen Grand-Prix-Sieg errang. Zuvor war Vettel lange als Test- und Ersatzfahrer bei BMW-Sauber unter Vertrag und hatte dort 2007 auch seine Grand-Prix-Premiere erlebt.

«Man hat es verpasst, Vettel festzunageln»

Nach dem Debut beim GP der USA in Indianapolis liess man Vettel zu Toro Rosso ziehen, wo sich der Hesse in rasantem Tempo weiterentwickelte und und nun zu den begehrtesten Fahrern im Formel–1–Zirkus gehört.

Natürlich habe er sich über Vettels Sensationssieg gefreut, so Peter Sauber: «Nach der Freude denkt man aber sofort daran, dass man es verpasst hat, ihn festzunageln.»

Vettel ist eines der wenigen Talente, die Peter Saubers feinem Gespür für Fahrer mit Potential durch die Lappen gegangen sind. Weltmeister Kimi Räikkönen und Felipe Massa, der nur einen Punkt hinter WM-Leader Hamilton klassiert ist, haben beide ihre ersten Schritte im Sauber-Team absolviert.

Buemis Weg durch die Niederungen des Motorsports

Ob Buemi eines Tages ebenfalls um den WM-Titel fährt, ist noch ungewiss. Von seinen Fähigkeiten hält Sauber freilich sehr viel: «Er ist ein sehr talentierter Fahrer». Der Teenager aus Aigle hat sich wie viele Piloten vor ihm in unzähligen Rennen in tieferen Klassen für die Formel 1 empfohlen.

Der Weg in die Königsklasse ist steinig und führt über Meisterschaften wie die Formel-3-Euro-Serie oder die GP2-Serie. Und wenn man, wie Buemi, eine Chance bei einem Formel-1-Team erhält, muss man sie nutzen. Sonst beginnt man wieder von vorne.

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