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Lüthis harter Kampf um einen MotoGP-Vertrag

Brisantes Gerücht um den punktelosen MotoGP-Neuling: Macht ihm ein fünffacher Weltmeister den Platz in der Königsklasse streitig?

Fährt um seine Zukunft: Tom Lüthi. Bild: Getty Images

Wie dünn die Luft an der Spitze ist, erlebt Tom Lüthi derzeit. Nicht einmal die Hälfte seiner Rookie-Saison in der MotoGP-Klasse ist gefahren, doch wenn heute der GP von Italien in Mugello ansteht, beschäftigt ihn die Zukunft sehr. Denn der bislang punktelose Debütant besitzt bei Marc VDS Racing einen lediglich für diese Saison geltenden Vertrag – jedes weitere Rennen ohne WM-Punkt verschlechtert seine Lage.

Überhaupt: Wegen interner Streitigkeiten ist nicht ausgeschlossen, dass sich der belgische Rennstall Ende 2018 ganz aus der Königsklasse zurückzieht. Über das Zerwürfnis zwischen Geldgeber Marc van der Straten und dem bisherigen Teamchef Michael Bartho­lemy rätselt die Szene weiterhin.

Der brutale Verdrängungskampf in der MotoGP betrifft aber nicht nur den 31-jährigen Berner, dem im umkämpften und von Südeuropäern dominierten Markt die Lobby fehlt. Selbst einen fünffachen Weltmeister und 44-fachen GP-Sieger kann es treffen, wie Transfer­gerüchte andeuten: Niemand geringeres als Jorge Lorenzo läuft Gefahr, 2019 aus der Königsklasse zu fallen.

Die öffentliche Schelte

Für eine Vertragsverlängerung bei seinem Rennstall Ducati hat der 31-jährige Mallorquiner keine ­guten Karten. Ducati-Rennchef Claudio Domenicali beklagte die Erfolglosigkeit Lorenzos öffentlich, indem er sagte: «Lorenzo ist ein guter Fahrer, der aber nicht das Beste aus unserem Motorrad herausgeholt hat.» Worauf sich dieser ebenso ­öffentlich wehrte. «Ich bin nicht nur ein guter Fahrer. Ich bin ein Champion. Und ich werde 2019 auf einem schnellen Motorrad fahren.»

Nur: So viele Rennställe gibt es gar nicht, die Lorenzo um Siege fahren lassen und auch noch seine Gehaltsvorstellungen von gegen 20 Millionen Euro jährlich stemmen können. Die Plätze bei den Werksteams sind sowieso belegt: Honda setzt weiterhin auf Marc Márquez und wohl Dani Pedrosa, und bei Yamaha besitzen Valentino Rossi und Maverick Viñales laufende Verträge. Suzuki verpflichtete kürzlich Moto2-Spitzenfahrer Joan Mir und KTM den Franzosen Johann Zarco.

Der vielleicht einzige Ausweg für Lorenzo ist das Yamaha-Satellitenteam, das für 2019 allerdings den langjährigen Partner Tech3 an KTM verliert. Gerüchtehalber ist ausgerechnet Marc VDS als Ersatz im Gespräch, sollte sich Milliardär Van der Straten entschliessen, doch weiterzumachen. Für Tom Lüthi eine brisante Situation: Sein ­Rivale um einen Verbleib in der ­MotoGP hiesse Jorge Lorenzo.

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