Zum Hauptinhalt springen

Ferrari kokettiert mit weiterer Stallorder

Luca Di Montezemolo provoziert die Formel 1. Der Ferrari-Chef fordert Felipe Massa öffentlich auf, seine eigenen Interessen zu Gunsten von Fernando Alonso zurückzunehmen.

Klare Hackordnung: Massa (l.) muss Alonso bedingungslos dienen.
Klare Hackordnung: Massa (l.) muss Alonso bedingungslos dienen.
Keystone

«Unsere Piloten fahren nicht für sich selbst, sondern für die Farben von Ferrari. Jemand, der für sich selbst fahren will, wird sich dafür vor dem Team rechtfertigen müssen», sagte Di Montezemolo der «Gazzetta dello Sport». Was das in der Praxis heisst, hat Ferrari am 25. Juli bei Grand Prix von Deutschland in Hockenheim der ganzen Welt demonstriert: Massa muss Alonso kampflos vorbeilassen, wenn dieser hinter ihm liegt.

Von Angriffen gegen den Teamkollegen, die bei den anderen WM-Anwärtern Red Bull (Webber/Vettel) und McLaren (Hamilton/Button) Usus sind, darf der Brasilianer noch nicht einmal träumen. «Wir wünschen uns einen starken Massa, der unseren Gegnern Punkte wegnimmt», lautet Di Montezemolos Formulierung hierfür.

Red Bull mit Doppelstrategie

Dass der starke Mann bei Ferrari bedenkenlos die Gerüchte über eine neuerliche Stallorder nährt, ist nicht weiter verwunderlich. Schliesslich ahndete der vom früheren Ferrari-Teamchef präsidierte Automobil-Weltverband FIA die Schummelei von Hockenheim lediglich mit einer 100'000-Dollar-Busse. Ein solcher Betrag ist in der Formel 1 bei Budgets in dreistelliger Millionenhöhe ein besseres Trinkgeld und alles andere als eine Abschreckung. «Die Entscheidung, uns auf Alonso zu konzentrieren, hat sich als richtig erwiesen», findet Di Montezemolo.

Red Bull setzt im WM-Endspurt auf zwei verschiedene Startegien. «Mit Vettel fahren wir die aggressive Strategie voll auf Sieg, bei Webber werden wir auf Nummer sicher gehen und ihn eher defensiv fahren lassen», erklärt Helmut Marko, der Berater des britisch-österreichischen Rennstalls. WM-Leader Webber liegt elf Punkte vor Alonso, Vettel fehlen auf den Spanier zehn Zähler. Die Wettanbieter schätzen die Chancen von Webber (Quote 3:1) und Alonso (3,3:1) etwa gleich ein, Vettel (4:1) ist für sie die Nummer 3.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch