Räikkönen ist unbezahlbar für Sauber

Landet Sauber mit Kimi Räikkönen einen Coup? Nein. Es ist weitaus mehr.

Der Formel-1-Pilot schaut vorwärts: Auf den ersten Blick wirkt der Wechsel von Kimi Räikkönen zu Sauber als Abstieg, das ist er aber nicht.

Der Formel-1-Pilot schaut vorwärts: Auf den ersten Blick wirkt der Wechsel von Kimi Räikkönen zu Sauber als Abstieg, das ist er aber nicht. Bild: Heikki Saukkomaa/Keystone

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Der Finne mag 38 Jahre alt sein. Er mag seit dem Auftakt zur Saison 2013 kein Rennen mehr gewonnen haben, obwohl er zuletzt in einem starken Ferrari seine Runden drehte. Es könnte auch naheliegen, dass er nach 17 Jahren der Formel 1 überdrüssig ist, zumal er seit seiner Rückkehr zur Scuderia 2014 nur die Nebenrolle neben dem in Italien zum Heilsbringer hochstilisierten Sebastian Vettel spielt. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Der stoische Räikkönen lamentiert nicht über seine unbefriedigende Position bei Ferrari – er ist schlicht nicht der Typ dazu. Weil er es nicht sagt, ändert das aber nichts daran, dass sein Hunger auf Erfolg noch immer gross ist wie einst, wie 2007, als er für die Italiener den bislang letzten WM-Titel holte. Und das kann Gold wert sein für das Schweizer Team.

Natürlich ist Charles Leclerc, der im Gegenzug zu Ferrari transferiert wird, ein begnadetes Talent am Steuer, das enorm schnell lernt und schon nach ein paar Rennen verstanden hat, welche Rückmeldungen die Ingenieure von ihm erwarten. Nur ist ein hungriger Räikkönen mit dieser Erfahrung unbezahlbar für Sauber. Sowohl sportlich als auch als Magnet für neue Sponsoren, ist der Finne bei Umfragen doch oft der beliebteste Fahrer im Feld.

Der Nordländer selber muss sich mit seinem Wechsel zwar vom Traum verabschieden, wieder Siege zu feiern. Er kann sich nun aber sicher sein, dass ihm sein Arbeitgeber das bestmögliche Material zur Verfügung stellen wird, dass er nicht die Nummer 2 ist im Team, ein Anhängsel. Und so, wie sich der Rennstall von Frédéric Vasseur im letzten Jahr entwickelt hat, ist ihm auch durchaus zuzutrauen, dass es Material sein wird, mit dem Spitzenplätze möglich sein werden. Dass Räikkönen zum zweiten Mal nach 2009, als er Fernando Alonso Platz machen musste, aus Maranello gejagt wird und nun beim derzeit WM-Neunten unterkommt, wirkt auf den ersten Blick wie ein gewaltiger Abstieg. Aber nur auf den ersten Blick. Es ist ein Gewinn für Sauber. Es könnte überraschend auch für Räikkönen zu einem werden.

Erstellt: 11.09.2018, 13:52 Uhr

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