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Wofür überwies Bubka 45’000 Dollar?

Der einstige Stabhochspringer und heutige Leichtathletik-Funktionär machte eine undurchsichtige Zahlung.

Unangenehme Anschuldigungen: Bubka hat eine einfache Erklärung. Wirklich befriedigend ist die aber nicht.
Unangenehme Anschuldigungen: Bubka hat eine einfache Erklärung. Wirklich befriedigend ist die aber nicht.
Keystone

Sergei Bubka, Vizepräsident des internationalen Leichtathletikverbands IAAF und Mitglied des IOK-Exekutivrats, soll am 18. Juni 2009 45’000 Dollar auf das Konto des russischen Leichtathletikfunktionärs Walentin Balachnitschew überwiesen haben. Es war die französische Zeitung «Le Monde», die die Zahlung aufdeckte. Sie allein ist ein suspekter Vorgang, das internationale Sportgericht bestätigte erst vergangenen Monat eine lebenslange Sperre gegen Balachnitschew wegen Korruption und Erpressung. Er hatte sich etwa von russischen Athleten bezahlen lassen, sodass deren positive Dopingproben nie publik wurden.

Bubka erklärte via seine Anwälte, die 45’000 Dollar habe er Balachnitschew für dessen Mitarbeit beim Event «Pole Vault Stars» bezahlt. Das Stabhochsprung-Meeting fand von 1990 bis 2014 jährlich in Donezk statt.

Flossen die 45’000 indirekt an den korrupten IAAF-Chef Diack?

Dafür 45’000 Dollar zu bezahlen, ist schon sehr bemerkenswert. Richtig suspekt wird die Geschichte aber durch die Tatsache, dass Balachnitschew am Tag vor Bubkas Überweisung seinerseits 45’033 Dollar weitergeleitet hatte: an Papa Massata Diack, den langjährigen IAAF-Präsidenten, der ein weitreichendes Korruptionsnetz betrieben hatte. Auch der Senegalese wurde dafür lebenslänglich gesperrt – bestreitet aber gleichwohl alle Vorwürfe.

Balachnitschew wollte laut «Guardian» zu den Transaktionen keine Stellung nehmen, bezeichnete aber in einem E-Mail die ganze Geschichte als «Fake-News» und «Problem eures westlichen Systems».

Er steht mit dieser Meinung etwas allein da, zumindest wenn man die Reaktion von Brett Clothier als Massstab nimmt. Dieser ist der Chef der sogenannten Leichtathletik-Integritäts-Einheit und liess verlauten, man werde diese Geschichte genauer anschauen. Die Einheit war vom Leichtathletikverband erst im April ins Leben gerufen worden, um alle jene Probleme zu bekämpfen, die die Integrität des Sports gefährden könnten. Nun steht sie schon früh vor der ersten Nagelprobe.

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