Strahlende Strähl

Sieg und Streckenrekord für Martina Strähl am Jungfrau-Marathon: Die Solothurnerin lief bei herrlicher Kulisse ein einsames Rennen.

Hände hoch: Martina Strähls Jubel.

Hände hoch: Martina Strähls Jubel.

(Bild: swiss-image/Michele Limina)

Die 4089 Läuferinnen und Läufer wurden von Prachtwetter zum Jungfrau-Marathon begrüsst. Das ergab ein herrliches Panorama, hatte aber zur Folge, dass die Teilnehmer auf den 42,2 km zwischen Interlaken und der Kleinen Scheidegg – mit ihren 1839 m Steigung und den 305 m Gefälle – enorm viel trinken mussten. Je näher der Zielort am Fuss von Eiger, Mönch und Jungfrau kam, desto mehr.

Eine hatte sich darauf perfekt vorbereitet: Martina Strähl. Die 29-Jährige aus dem solothurnischen Oekingen gewann in 3:19:15 Stunden das Frauenrennen und setzte sich als erste Schweizerin seit sieben Jahren durch. Dabei verbesserte sie erst noch den Streckenrekord von Andrea Mayr (Ö) aus dem Jahr 2013 um 1:05 Minuten. «Mir lief es von A bis Z ausgezeichnet», sagte eine strahlende Strähl. «Meine Helfer hatten die Verpflegung perfekt organisiert, die Bedingungen waren gut, und die vielen Zuschauer halfen», sagte sie. Nur eines lief nicht nach Wunsch: «Ich war oft alleine unterwegs.»

Die Frauen weit weg, die Männer erst zu schnell, dann zu langsam

Von den anderen Frauen hatte sie sich auf den ersten Metern verabschiedet, und die Männer um sie herum liefen zuerst schneller und dann im steilen Schlussstück langsamer. Strähl aber hatte allen Grund zur Freude. Im Frühling noch hatte sie über 10'000 m die Limite für die EM dieses Sommers in Amsterdam verpasst und selbstredend auch jene für die Olympischen Spiele. Hingegen gelang ihr die EM-Qualifikation im Halbmarathon – sie lief in Amsterdam ein starkes Rennen, wurde 15. und beste Schweizerin.

Den Wechsel von der Ebene in die Berge und auf die doppelte Distanz meisterte die letztjährige Berglauf-Weltmeisterin mit Bravour: «Ich gönnte mir nach der EM Erholung und baute anschliessend mit spezifischem Berg- und Ausdauertraining eine gute Form auf», sagte sie. Sie hatte sich sowohl den Sieg als auch den Streckenrekord zugetraut. Im Vergleich zu ihrer Jungfrau-Premiere von 2013 (3.) trat sie nun mit deutlich mehr Laufkilometern in den Beinen an – und war über sechs Minuten schneller.

Weit von einer Verbesserung des Streckenrekords entfernt waren die Männer. Mit einer Schlusszeit von 3:00:11 Stunden blieb Robbie Simpson mehr als 11 Minuten über der Bestmarke des Neuseeländers Jonathan Wyatt. Ungefährdet war sein Triumph dennoch: Er hatte 5:21 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Äthiopier Birhanu Mekonnen, 6:05 Minuten trennten ihn vom drittplatzierten Stephan Wenk, dem besten Schweizer.

SonntagsZeitung

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