Schweizer Athlet postet Video von Rechtsextremen

Pascal Mancini veröffentlichte Videos einer rechtsextremen Gruppe auf seinem Facebook-Profil. Zudem duldete er rassistische Kommentare.

Fällt durch rassistische Posts auf: Der Sprinter Pascal Mancini.

Fällt durch rassistische Posts auf: Der Sprinter Pascal Mancini. Bild: Marcel Bieri/Keystone

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Der Schweizer Topsprinter Pascal Mancini unterhält einen privaten Facebook-Account, auf dem einige streitbare Einträge zu finden sind. Einen Tag nach dem WM-Final, bei dem Frankreich als Sieger hervorging, findet sich etwa das Video einer herumspringenden Affenhorde in seiner Chronik. «Die Champs-Elysées gestern Nacht...», schreibt dazu ein User. «Das französische Team und seine Freunde?», kommentiert ein anderer. Mancini lässt die Kommentare und damit den Angriff gegen das französische Nationalteam bestehen.

Wer weiter durch die Timeline des Romands scrollt, entdeckt ausserdem ein Video von der rechtsextremen Gruppe Suavelos. Zu sehen sind Ausschreitungen und Plünderungen, die sich am Rande der WM-Feiern in Marseille, Paris und Lyon ereignet haben. Im Video sind hauptsächlich dunkelhäutige Personen zu sehen. «Immer die gleichen Idioten – in den Ofen mit ihnen!», lautet hier ein Kommentar.

Das Profil des Profisprinters offenbart weitere Indizien, die für seine Affinität zu rechtsextremen Kreisen sprechen. Unter anderem ein Foto mit Daniel Conversano, dem Betreiber von Suavelos.

Kodex gegen Rassismus unterschrieben

Auf dem Fan-Facebook-Profil des Sprinters ist nichts dergleichen zu sehen. Wie jeder Schweizer Athlet habe auch Mancini eine Vereinbarung und einen Kodex unterschrieben, wie der Schweizer Leichtathletikverband laut «Sonntagsblick» festhält. «Darin distanzieren sich die Athleten von jeglichem diskriminierenden Verhalten», sagt Sprecher Beat Freihofer gegenüber der Zeitung.

In welchen Kreisen die Sportler in ihrer Freizeit verkehren, darauf habe man keinen direkten Einfluss – solange sie sich nicht strafbar machen. Auf Anfrage des Sonntagsblicks wollte sich der Sprinter nicht zu der Thematik äussern.

Bereits im Jahr 2014 fiel Mancini durch eine französische Nazi-Geste auf. Er zeigte an der EM in Zürich den Quenelle-Gruss, auch als umgekehrter Hitlergruss bekannt, wie es im Artikel weiter heisst. (kat)

Erstellt: 29.07.2018, 15:00 Uhr

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