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ZSC besiegt den Freiburger Fluch

Nach fünf Jahren gewannen die Zürcher beim 5:2 erstmals wieder bei Gottéron, verloren allerdings Smith.

Der Jubel zum vorentscheidenden 3:0: ZSC-Center Ryan Shannon. Foto: Pascal Mueller (EQ Images)
Der Jubel zum vorentscheidenden 3:0: ZSC-Center Ryan Shannon. Foto: Pascal Mueller (EQ Images)

Die ersten Erinnerungen von ZSC-Coach Marc Crawford an die Schweiz stammen von einer Reise nach Freiburg 1994. ­Damals betreute er als NHL-Jungtrainer noch Québec. An der Saane wollte er die beiden russischen Traumtänzer Slawa Bykow und Andrei Chomutow beobachten, deren NHL-Rechte bei den Nordiques lagen. Das Duo wollte ­seinem Ruf dann nicht folgen, es hatte sich schon häuslich eingerichtet. Aber immerhin durfte der kanadische Gast erstmals ein feines Fondue kosten. ­Seither aber war ihm Freiburg keine Reise mehr wert. Mit den ZSC Lions gewann Crawford da nie. Der letzte Erfolg überhaupt, ein 7:1, ­datierte vom 16. Oktober 2009 – damals noch unter Sean Simpson. Doch im 14. Anlauf schafften es die Zürcher nun, den Fluch zu besiegen: Sie schlugen Gottéron 5:2 und rückten damit bis auf zwei Punkte an ­Leader Davos heran.

Lange ersehntes Powerplay-Tor

Die Voraussetzungen waren aus Zürcher Sicht allerdings auch nie besser gewesen. Die kriselnden Romands erleben derzeit eine ausser­gewöhnliche Verletzungs­serie: Sieben Stammstürmer fehlen, und mit Benjamin Plüss, Monnet, Bykow und Dubé sind wichtige Teamstützen darunter. Der Club reagierte, indem er fünf NLB-Spieler auslieh. Coach Gerd ­Zenhäusern forderte unlängst eine ­Partnerschaft mit einem B-Club, um für solche Fälle besser gewappnet zu sein.

Der Qualitätsverlust war dann nicht unbedingt beim Einsatz zu sehen, der stimmte. Aber die Erfahrung und die taktische Reife ging den Freiburgern spürbar ab. Der Meister versuchte die Verunsicherung sofort auszunutzen, ­begann mit äusserst druckvollem und gradlinigem Spiel nach vorne. Nach 9 Minuten führte er durch Tore von Keller und Künzle bereits 2:0. Und immer wenn Gottéron etwas Aufwind spürte, wussten die Lions zu reagieren. Besonders wichtig war da Künzles 4:1, das die Freiburger, die in den Minuten zuvor viel investiert ­hatten, zermürbte. Später klappte auch das Powerplay wieder einmal: Nilsson traf per sehenswertem ­Buebetrickli zum 5:1. Es war das erste ZSC-Tor in Überzahl seit fünf Spielen.

Ganz reibungslos verlief die Partie für die Zürcher trotzdem nicht. Nach gelungener Startphase mussten sie ein Schockerlebnis (14.) verarbeiten: Smith hatte einen Gegenspieler checken wollen, verfehlte diesen jedoch und prallte ungebremst in die Bande. Der kanadische Verteidiger hielt sich schmerzverzerrt den Rücken und musste mit der Bahre vom Eis getragen werden. Immerhin konnte er alle Gliedmassen bewegen. Crawford vermutete keine allzu gravierende Verletzung, Smith verbrachte die Nacht in Freiburg im Spital zur Beobachtung. Er ist für die Zürcher nach Bärtschi, Bastl, Cunti und Geering nun auch schon der fünfte Ausfall. Aufgrund der Per­sonalsituation debütierte gestern der 18-jährige Bachofner, der die Aufgabe ansprechend meisterte.

Sprungers Absage an Hanlon

Vor den Augen von Nationaltrainer Glen Hanlon stach aber von den Lions ein anderer Schweizer hervor: Künzle war mit seiner physischen Präsenz ein ständiger Gefahrenherd. Weniger auffällig zeigte sich wiederum Gottérons Goalgetter Sprunger. Er hatte Hanlon erklärt, dass er bis auf weiteres keinem Aufgebot Folge leisten würde – aus familiären Gründen. Mit ihm und ZSC-Stürmer Wick haben sich damit die derzeit ­punktbesten NLA-Schweizer aus dem Nationalteam zurückgezogen.

Fribourg - ZSC Lions 2:5 (0:2, 1:3, 1:0)

BCF-Arena. – 6211 Zuschauer. – SR: Koch/Kurmann, Ambrosetti/Tscherrig. – Tore: 4. Keller (Malgin, Baltisberger) 0:1. 9. Künzle (Wick, Shannon) 0:2. 28. Shannon (Künzle, Wick) 0:3. 30. Pouliot (Tambellini, Kwiatkowski/Ausschluss Blindenbacher) 1:3. 32. Künzle (Shannon) 1:4. 36. Nilsson (Trachsler, Wick/Ausschluss Helbling) 1:5. 43. Merola (Schirjajew, Brügger) 2:5. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Fribourg, 4-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

Fribourg: Conz (41. Nyffeler); Ngoy, Kwiatkowski; Kamerzin, Schilt; Helbling, Huguenin; Marc Zangger, Abplanalp; Sprunger, Tambellini, John Fritsche; Merola, Schirjajew, Brügger; Mauldin, Pouliot, Mottet; Kuonen, Hasani, Schwarzenbach.

ZSC Lions: Flüeler; Stoffel, Bergeron; Blindenbacher, Siegenthaler; Seger, Smith; Schnyder; Künzle, Shannon, Wick; Nilsson, Trachsler, Bachofner; Keller, Malgin, Baltisberger; Dan Fritsche, Senteler, Schäppi; Neuenschwander.

Bemerkungen: Fribourg ohne Bykow, Dubé, Jeannin, Monnet, Plüss, Ness und Vauclair (alle verletzt), Bürki, Montandon und Wüst (alle überzählig). ZSC Lions ohne Bärtschi, Bastl, Cunti und Geering (alle verletzt). 8:26 Timeout Fribourg. 14. Smith verletzt out.

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