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Wick und der Elchtest

Die ZSC Lions zeigten beim 3:1 in Zug eine starke Reaktion. Und ihr Topskorer ist definitiv zurück.

Gegen den EVZ schon wieder forciert: Roman Wick. Foto: Marc Schumacher (EQ Images)
Gegen den EVZ schon wieder forciert: Roman Wick. Foto: Marc Schumacher (EQ Images)

Im Finish erlebte Roman Wick in der Bossard-Arena eine Schrecksekunde. Bei einem Zusammenprall mit einem Zuger, den er nicht hatte kommen sehen, schüttelte es ihn durch. Die letzten paar Minuten, welche die ZSC Lions vornehmlich in Unterzahl bestritten, gelangte er nicht mehr aufs Eis. Aber nicht, weil er sich wieder verletzt hätte, sondern weil das Abarbeiten von Strafen nicht zu seinem primären Aufgaben­bereich zählt. «Bei mir gingen kurz die Lichter aus», sagte er in den Katakomben des Eisstadions. «Aber es ist okay. Jetzt weiss ich, dass alles hält.» Das ist, wenn man wochenlang unter Rückenproblemen gelitten hat, eine beruhigende Erkenntnis.

Wick hat im Verlaufe seiner Karriere schon zahlreiche Verletzungen weg­stecken müssen. Unter anderem einen Bluterguss im Oberschenkel, der sich bedrohlich ausweitete, einen Knochenriss im Fuss oder eine Handgelenkfraktur. Eine Rückenblessur hatte er indes noch nie gehabt – und so wusste er nicht recht, wie er sie einschätzen sollte. «Im Training fühlte es sich plötzlich an, als ob die Rückenwirbel entzündet wären. Ich konnte mich nicht mehr nach vorne biegen. Und das ist eine ziemlich wichtige Bewegung im Eishockey.» Das Ganze zog sich in die Länge. «Zuerst hatte ich das Gefühl, es gehe schon, wenn es ein bisschen wehtue», so Wick. «Aber dadurch verschlimmerte es sich nur noch.»

Mühsame Zeiten im Alltag

So war der 29-Jährige, als die Saison endlich losging, wochenlang zur Untätigkeit gezwungen. Sonst eine Frohnatur, wirkte sich dies auch auf seine Laune aus. «Es waren sehr mühsame Zeiten. Ich war auch im Alltag schlecht ansprechbar. Irgendwann hatte ich genug davon, zu Hause auf dem Boden zu liegen und zu versuchen zu relaxen.» Die Cuppartie gegen den Erstligisten Chur war für ihn am vergangenen Mittwoch die ideale Gelegenheit zum sanften ­Wiedereinstieg. Beim 0:4 am Freitag ­gegen Servette sei es für ihn dann aber ein böses Erwachen gewesen. «Ich sah keinen Puck. Entweder war ich eine Sekunde zu spät oder zu früh, mein Timing stimmte überhaupt nicht. Aber so ist das nach einer Verletzung. Man kommt sich vor, als ob man zum ersten Mal auf dem Eis stünde.»

Weit von Topform entfernt

Beim 3:1 tags darauf in Zug war Wicks Bindung zum Spiel schon deutlich besser. Und Marc Crawford griff bereits wieder auf eine seiner bevorzugten Coachingmassnahmen zurück: seinen Top­skorer der letzten zwei Jahre zu forcieren. Wick spielte in verschiedenen ­Linien am linken und rechten Flügel. «Ich bin froh, ist er zurück», sagt Crawford. Nicht nur wegen seiner Kreativität, sondern auch wegen seiner Ausstrahlung aufs Team. Doch Wick ist, wie er selbst unumwunden zugibt, noch weit von seiner Topform entfernt. «Weil ich während Wochen weder die Beine noch den Oberkörper trainieren konnte, fehlt mir die Explosivität. Ich werde in den nächsten Wochen mehr tun müssen als die anderen, dann hole ich das wieder auf.»

Die Zürcher Heimspiele verfolgte Wick während seiner Verletzung im ­Stadion, die Auswärtspartien am Fernsehen. «Wir sind unser Spiel noch am ­Suchen», urteilt er. «Nicht wie letzte ­Saison, als wir von Beginn weg an der Spitze waren. Die Linien müssen sich langsam finden. Wer spielt gut mit wem zusammen?» Beunruhigt ist er nicht über den durchzogenen Saisonstart. «Nach zehn weiteren Spielen wissen wir viel besser, wo wir stehen.» Die Reaktion in Zug, das zuvor die Konkurrenz schwindlig gespielt hatte, zeigt zumindest, wie gross das Potenzial des ZSC ist, obschon noch viele fehlen. Wick ist ­definitiv zurück – das weiss er nach dem Elchtest vom Samstag.

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